Wirtschaft im Oberland:Mehr Gewerbeflächen am Nonnenwald

Roche

Der Penzberger Nonnenwald ist bislang vor allem als Standort des Pharmaunternehmens Roche bekannt. Künftig soll auf erweiterten Flächen ein breiter Branchenmix entstehen.

(Foto: Roche/oh)

Nach langen Verhandlungen hat der Freistaat dem Verkauf von fast 40 000 Quadratmetern bei Penzberg zugestimmt. Erste Betriebe haben bereits Interesse bekundet.

Von Kathrin Müller-Lancé

Um 38 264 Quadratmeter will die Stadt Penzberg die Gewerbefläche am Nonnenwald erweitern. "Das ist eine erfreuliche Nachricht", sagte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) bei einem Pressegespräch im Penzberger Rathaus. Schon seit 2018 bemüht sich die Stadt laut Korpan um die Fläche, die bisher noch den Bayerischen Staatsforsten gehört. Anfang September habe der Freistaat schließlich mitgeteilt, dass die Stadt die Fläche erwerben könne. Konkret handelt es sich um die Flurstücke 1143, 1193 und 1194.

"Es ist eine Erleichterung, dass das geklappt hat", so Korpan. Um das Einverständnis der Regierung Oberbayern zu dem Verkauf zu bekommen, hatte sich der Penzberger Bürgermeister um politische Unterstützung bemüht: Er habe, berichtete Korpan, die Landtagsabgeordneten Harald Kühn und Martin Bachhuber angeschrieben, den Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan und sogar den Ministerpräsidenten Markus Söder (alle CSU). "Es freut uns, dass wir jetzt hier etwas für Unternehmen aus Penzberg und dem Umland anbieten können", so Korpan. Stadtkämmerer Hans Blank erklärte, dass die Flächen in einem kleinteiligen Verfahren vergeben werden sollen. Bisher habe die Stadt schon an 30 Unternehmen Angebote verschickt, davon hätten 15 Interesse bekundet. Die Vergabe erfolgt über den Stadtrat. Laut Blank soll auf dem Gelände ein "breiter Branchenmix" entstehen, vor allem Handwerksbetriebe könnten sich dort ansiedeln. "Wir sind froh, dass wir den Unternehmen künftig Perspektiven bieten können", sagte Wirtschaftsförderin Monique van Eijk. "Ich bekomme viele Anfragen, da ist es schade, immer nur sagen zu können: Ich halte sie auf dem Laufenden." Wie viele Betriebe sich auf den Flächen ansiedeln könnten, hängt laut van Eijk von den einzelnen Unternehmen ab. Ganz grob schätzt sie eine Größenordnung von acht Betrieben. Weitere Interessenten könnten gerne Kontakt zu ihr aufnehmen.

Ziel: Frühjahr 2023

Bislang bestehen die zukünftigen Gewerbeflächen teils aus Wald, teils aus offener Landschaft. Offiziell erworben werden sollen sie Anfang des nächsten Jahres. Den Kaufpreis nannte die Stadt auf Nachfrage nicht. Wenn alles rund läuft, könnte die Bebauung Stadtbaumeister Justus Klement zufolge im Herbst 2022 starten. "Bis Frühjahr 2023 könnten wir uns gut vorstellen, dass die Ersten anfangen dort zu arbeiten", sagte Bürgermeister Korpan.

Bei dem Treffen am Freitag kamen auch die Industrieflächen an der Robert-Koch-Straße zur Sprache, die das Energie-Start-up Marvel Fusion kaufen wollte. Nachdem sich das Unternehmen nicht mehr m Rathaus gemeldet hatte, sollen die beiden Flächen anderweitig vergeben werden. Interessenten hatten sich am vergangenen Wochenende in einer nicht öffentlichen Sitzung des Stadtrates vorgestellt. Um welche Unternehmen es sich konkret handelte, wollte Bürgermeister Korpan am Freitag nicht sagen. Die Firma Marvel Fusion sei bei der Sitzung nicht dabei gewesen, habe aber auch noch nicht abgesagt. Auch die österreichisch-schweizerische Firma "energyXploit", die als potenzielle Käuferin bereits im Gespräch war, sei nach wie vor interessiert. Mitteilen konnte Korpan allerdings, dass der Stadtrat die Option beschlossen hat, die Fläche bis zu drei Mal zu teilen. Sie könnte also auch an mehrere Unternehmen verkauft werden. Den Status der Industriefläche werde man aber nicht aufgeben.

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