Verkehrssicherheit:Gefahrlos unterwegs

Verkehrssicherheit: Wo es Tempo-30-Schilder gibt, sollte man sie auch sehen.

Wo es Tempo-30-Schilder gibt, sollte man sie auch sehen.

(Foto: Manfred Neubauer)

Ickinger Räte planen Gehwege und Tempo-30-Zonen

Von Claudia Koestler, Icking

Die Verkehrssicherheit in Teilen des Gemeindegebiets Icking muss verbessert werden. Darin waren sich die Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Montag einig. Konkret will die Kommune in Zukunft besser auf das Schulumfeld aufmerksam machen, etwa, indem der Hinweis auf die Tempo-30-Regelung mit einem Piktogram auf der Fahrbahn aufgebracht wird. Die bestehenden Verkehrsschilder sollen vergrößert und Hecken so zurückgeschnitten werden, dass alle Verkehrsteilnehmer bessere Sichtverhältnisse haben.

Die Bürger waren Ende des vergangenen Jahres dazu aufgerufen gewesen, der Verwaltung Gefahrenpunkte zu melden. Insgesamt liefen 33 Hinweise und Anregungen ein, die sich über Verbesserungen für die Sicherheit für Fußgänger und Parkplatzproblematik über die Entschärfung von Kreuzungen und Einmündungen bis hin zu Temporeduzierungen, mehr Überwachung und baulichen Veränderungen erstreckten. Im April dieses Jahres fand diesbezüglich eine Verkehrsschau mit der Polizei statt, deren Ergebnisse Bürgermeisterin Margit Menrad (UBI) zusammen mit Toni Lechner von der Polizeiinspektion Wolfratshausen am Montag präsentierte.

Nach der Verkehrsschau und mit Blick auf die Unfallstatistik war Lechner zu dem Urteil gekommen, dass eigentlich nur wenig Handlungsbedarf bestehe: "Icking ist verkehrsmäßig gut aufgestellt", erklärte er. Es gebe keine Unfallhäufungen, insbesondere der Schulweg entlang der Ludwig-Dürr-Straße und am Egartsteig "funktioniert hervorragend", sagte Lechner. In 17 Jahren habe es dort keinen polizeibekannten Unfall gegeben. Aus seiner Sicht auch deshalb, weil Fußgänger und Autofahrer dort gezwungen seien, aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Das aber sahen die Gemeinderäte gänzlich anders, was zu einer intensiven, eineinhalbstündigen Debatte über die Verkehrssituation im Allgemeinen und an den Schulen im Besonderen führte. Für Claudia Roederstein (UBI) etwa war Letzteres "eine hochbrisante Stelle". Sie wünsche sich, den Verkehr in die Schranken zu weisen "dort, wo zu bestimmten Zeiten der Wahnsinn tobt". Sie wolle nicht warten, bis ein Unfall zur Handlung zwinge. Auch Christian Mielich (SPD/Grüne) wollte sich nicht darauf verlassen, "dass die Kohorten dort oben schon aufeinander aufpassen". Dazu habe er selbst schon zu viel gesehen an brenzligen Situationen. Er forderte deshalb einen Gehweg an der Ludwig-Dürr-Straße. Menrad erwiderte, dass die Gemeinde einen solchen dort bereits seit Jahren plane, doch noch nicht alle nötigen Grundstücke dafür erwerben konnte. Otto Güllich (Ickinger Initiative) schlug zudem vor, bessere Sichtverhältnisse zu schaffen, etwa durch Rückschnitt der Hecken an Einmündungen und Kreuzungen. Dafür plädierte auch Lechner: "Licht und Sicht sind das A und O."

Einen Fußgängerüberweg an der Ludwig-Dürr-Straße auf Höhe Egartsteig, wie von Bürgern angeregt, lehnte Lechner allerdings ab. Auch, weil entlang dem anschließenden Gehweg Geländer abgebracht werden müssten, um den Personenstrom zu kanalisieren. Diese würden aber gerade von Kindern oft zum Turnen genutzt, was die Situation "nicht ungefährlicher" mache. Weitere Fußgängerüberwege an der B 11/Abzweigung Walchstadt oder am Neufahrner Weg lehnte er ebenfalls ab. In diesen Fällen fehle das nötige Fußgängeraufkommen von 50 Personen in der Stunde. Im Rahmen der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt sei indes an der B 11 ein kombinierter Geh-und Radweg vorgesehen.

In weiteren Punkten wurde Lechner mit Arbeitsaufträgen belegt: Per Skizzenplanung wird er Vorschläge bringen, wie der Talberg entschärft werden kann. Darüber hinaus soll die Geschwindigkeit besser überwacht werden, etwa in der Irschenhauser Straße. Messungen sollen Zahlen zur Fußgängerfrequentierung in der Walchstadter Straße, dem Talberg und der Meilenberger Straße liefern. Zudem soll der ruhende Verkehr kontrolliert werden. Wenn der Maßnahmenkatalog erarbeitet ist, wird Lechner ihn dem Rat zur Beschlussfassung vorlegen.

© SZ vom 05.07.2017
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