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Unwetter in Bayern:Schäden, Irritationen und ein Verletzter

Walchstädter Höhe: Dunkle Wolken während des Sturms.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Sturmtief "Sabine" führt in der Region zu vielen Ausfällen und zahlreichen Feuerwehreinsätzen, ein Freiwilliger wird am Auge getroffen.

Der Sturm Sabine hat am Montag nicht nur den Zugverkehr im Landkreis lahmgelegt, sondern auch etwa 1000 Haushalte vom Strom abgeschnitten, zahlreiche Bäume umgerissen und die Feuerwehren auf Trab gehalten. 42 Einsätze gab es zwischen Lenggries und Icking. Ein Feuerwehrmann hat sich bei einem Einsatz verletzt. In Penzberg gab es 19 Feuerwehreinsätze wegen umgestürzter Bäume und Schäden an Dächern, in Ebenhausen und Schäftlarn elf.

Pendler bekamen die Auswirkungen des Orkantiefs schon in den Morgenstunden zu spüren: Gegen 6.15 Uhr wurde der S-Bahnverkehr der Linie S 7 zwischen Wolfratshausen und München lahmgelegt, nachdem ein Baum zwischen Ebenhausen und Baierbrunn aufs Gleis gestürzt war. Zunächst fuhren dort Busse und Taxis als Ersatzverkehr. Gegen 7.45 wurden dann alle Außenlinien eingestellt, nur noch auf der Stammstrecke in München verkehrten Züge. Wegen der Kompletteinstellung des S-Bahn-Betriebs gab es auch keinen Schienenersatzverkehr, was bei einigen Fahrgästen am Wolfratshauser Bahnhof zu Irritationen führte. Ein Einsatz von Bussen und Taxis sei jedoch "wegen der Fülle und großen Fläche des Netzes leider nicht möglich", erklärte dazu eine Sprecherin der Bahn. Auch Regionalzüge verkehrten keine zwischen Lenggries und München. Der Start von Bayerischer Oberlandbahn (BOB), Meridian und Regionalbahn wurde immer wieder verschoben. Nach der Wetterberuhigung am Nachmittag konnte die Strecke zwischen Lenggries und Holzkirchen wieder freigegeben werden, auch die S 7 fuhr wieder, allerdings nur zwischen Hohenbrunn und Höllriegelskreuth.

Beschädigte Oberleitungen waren der Grund, warum etwa 1000 Haushalte im Landkreis ohne Strom blieben, erklärte Maximilian Zängl, Pressesprecher der Bayernwerk AG. Das Landratsamt meldete bis zum Abend insgesamt 35 Einsätze auf Straßen und Hausdächern. In Lenggries hat sich ein Feuerwehrmann bei einem Einsatz am Auge verletzt. Laut Kreisbrandrat Alfred Schmeide fanden die allermeisten Einsätze im Norden statt, zwischen 7 und 10 Uhr. Die Wolfratshauser Wehr musste bis zum Nachmittag sechsmal ausrücken. "Wir sind glimpflich davongekommen", bilanziert Kommandant Andreas Spohn. In Icking fiel ein Ast auf eine Stromleitung, ein Baum stürzte auf ein Hausdach, ein Stall wurde abgedeckt. Gegen 15 Uhr hatte sich das Unwetter größtenteils gelegt. Entwarnung wollte Schmeide indes nicht geben. Der Sturm habe zahlreiche Äste und Bäume beschädigt, die noch herabfallen könnten, gab er zu bedenken.

Auf der B11 zwischen Dorfen und Icking ging am Montagvormittag nichts mehr, ein umgefallener Baum versperrte den Weg.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Den meisten Kindern bescherte das Orkantief einen freien Montag. Denn aus Sicherheitsgründen fiel an allen staatlichen Schulen im Landkreis der Unterricht aus. Die überall gewährleistete Notversorgung wurde von den meisten Eltern nicht in Anspruch genommen. In den Kitas fiel der Montag unterschiedlich aus. So blieben etwa die Mittagsbetreuungen in Wolfratshausen geschlossen, und die Horte liefen mit Minimalbesetzung, da kaum Schüler kamen. In vielen Kindergärten, etwa in Waldram, herrschte hingegen normaler Betrieb.

© SZ vom 11.02.2020