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Online-Banking:Neugier und Vorbehalte

Hannes Bauer, Vorsitzender des Vereins "Computer-Hilfe im Oberland"

Übers Online-Banking referierte Hannes Bauer, Vorsitzender der Computer-Hilfe im Oberland.

(Foto: Privat/oh)

"Computer-Hilfe im Oberland" veranstaltet Informationstag für Senioren im Landratsamt

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Senioren und Bankgeschäfte am Computer - das ist oftmals noch nicht kompatibel. Auf Neugierde, aber auch auf große Vorbehalte traf der neue Verein "Computer-Hilfe im Oberland" in seiner Informationsveranstaltung zum Thema "Sicherheit im Internet - Online-Banking für alle Generationen" im großen Sitzungssaal des Tölzer Landratsamtes. "Ich denke, wir haben das Thema angestoßen, aber es ist nicht so, dass die ersten Zehn deswegen jetzt gleich zur Bank laufen", resümierte Vorsitzender Hannes Bauer. Für seinen Stellvertreter Michael König ist der Auftakt jedoch gemacht: "Wir wollen jetzt in Workshops reingehen."

Zu dem Info-Tag im Landratsamt waren neben Landrat Josef Niedermaier (FW) auch Renate Waßmer, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, und Manfred Gasteiger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank im Oberland, gekommen. In den Vorträgen, die anderthalb Stunden dauerten, ging es vor allem um den Aspekt der Sicherheit. Dabei präsentierten Experten der beiden Banken die diversen Techniken, die das Online-Banking absichern. Allerdings räumten sie auch ein, dass ein gewisses Restrisiko bleibe.

Für Bauer kommt zuerst die Sicherheit, dann das Banking. Die Kreditinstitute böten auf ihren Internetseiten einen Routine-Check an, der "meinen Computer, mein Smartphone, mein Tablet prüft und am Ende eine Ampel mit Rot oder Grün zeigt", berichtet der Vereinsvorsitzende. Wer sich mit dem Computer an den Tisch setze, um Bankgeschäfte zu erledigen, müsse sich zunächst aber auch selbst informieren und um die Sicherheit kümmern - "das kann mir niemand abnehmen, was auf meinem PC passiert". Für den Einstieg ins Online-Banking sei es möglich, erst einmal passiv, also ohne Transaktionen, tätig zu sein und sich einfach bloß einen Kontoauszug auszudrucken, so Bauer.

Viele der etwa 70 Zuhörer hatten mit den Referaten so ihre Probleme. Die englischen Begriffe waren nicht allen geläufig, wie der Vereinsvorsitzende den Fragen entnehmen konnte, die ihm am Ende der Veranstaltung gestellt wurden. "Jemand, der sich nicht so mit der Thematik beschäftigt, hatte Probleme mitzukommen." Die englischen Fachausdrücke seien jedoch unvermeidlich, schließlich stoße man auch im Internet ständig auf sie und sollte sie deshalb kennen, betont Bauer.

Nach den Vorstellungen und Präsentationen will der neue Verein im Herbst nun Workshops anbieten. Die Teilnehmer müssen dazu ihre PC, Tablets oder Smartphones mitbringen und könnten zum Beispiel ein Probe-Konto eröffnen, um zu üben. "Viele Fragen kommen ja erst dann, wenn man mit den Dingen konfrontiert wird", sagt König. Die Kurse, die in der Filiale der Sparkasse an der Badstraße oder in der Raiba-Geschäftsstelle auf der Flinthöhe in Tölz, außerdem in Lenggries und in Kochel angeboten werden, sind allerdings nicht dazu gedacht, dass sich die Senioren vom Verein das Online-Banking am PC einrichten lassen. Dies sei Aufgabe der Banken, so Bauer. Schließlich gehe es dabei um sensitive Daten wie Zugangscodes und Passwörter. Die Workshops kosten 15 Euro für Nicht-Mitglieder, zehn für Mitglieder.

Im neuen Verein, der bislang circa 35 Mitglieder zählt, arbeiten im Hintergrund auch Vertreter der jungen Generation mit. Roman und Dominik Bauer widmen sich zwar vor allem dem Thema Gaming, helfen aber auch bei heiklen Problemen mit PC, Smartphone und Tablet. Ihre Leichtigkeit im Umgang mit der modernen Medien ergänze die Kompetenz der Senioren im Verein, sagt Bauer. Der Vorsitzende selbst arbeitete jahrzehntelang als Informatiker und hatte schon mit Computern zu tun, als sie von der Größe her noch ein ganzes Zimmer einnahmen. Für ihn kommt es vor allem darauf an, seinen Altersgenossen die Angst vor dem PC zu nehmen. Und nicht zuletzt vor dem Online-Banking. Im Landratsamt fragten ihn viele Zuhörer nach dessen Gefahren. "Aber keiner kam an und wollte wissen, was denn die Vorteile sind", erzählt Bauer.

Weitere Auskünfte gibt es unter Telefon 08042/965 99 71, E-Mail: johnb23@t-online.de, online unter www.computer-hilfe-im-oberland.de. Wer dem Verein helfen will, kann eine Spende auf das Konto IBAN: DE06 7005 4306 0011 6881 99, Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, einzahlen.

© SZ vom 01.08.2019
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