Oberbayern Nach Doppelmord von Königsdorf vierter Tatverdächtiger gefasst

In dem Haus im Weiler Höfen waren in der Nacht zum 23. Februar zwei Menschen ermordet und eine Frau schwer verletzt worden.

(Foto: Hartmut Pöstges)
  • Bei einem brutalen Raubüberfall im oberbayerischen Königsdorf sind in der Nacht zum 23. Februar zwei Personen getötet und eine Frau schwer verletzt worden.
  • Drei Tatverdächtige sitzen bereits in Untersuchungshaft - nun wurde ein vierter Verdächtiger festgenommen.
Von David Costanzo

Der Doppelmord von Höfen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist offenbar aufgeklärt. Nach SZ-Informationen ist der mutmaßliche Haupttäter gefasst worden. Dabei handelt es sich um den Bruder der Pflegerin, die in dem Haus in Königsdorf tätig war. Nach dem 43-Jährigen hatte die Polizei mit Haftbefehl wegen des Verdachts auf Raubmord gefahndet.

Zuvor waren bereits drei Verdächtige festgenommen worden, die 49-jährige Pflegerin, ihr 23-jähriger Sohn und ein 32-jähriger Mann. Die Polizei will am Nachmittag Details zum vierten Tatverdächtigen bekannt geben.

In der Nacht zum 23. Februar hatte sich die Gewalttat in einem Einfamilienhaus in einem Ortsteil von Königsdorf ereignet: Ein 81-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen und eine 76-jährige Frau aus Hessen wurden brutal erschlagen. Die beiden waren Bekannte der Bewohnerin. Die 76-jährige Hausbesitzerin überlebte knapp und wurde schwer verletzt gefunden. Sie ist bislang nicht ansprechbar. Die Polizei hatte DNA-Spuren des Hauptverdächtigen im Umfeld des Hauses gefunden.

Das sind die festgenommenen Tatverdächtigen

Die Pflegerin war bereits am 10. März in Brandenburg festgenommen worden und sitzt seither wegen Verdachts der Beihilfe zum zweifachen Mord und versuchten Mord in Untersuchungshaft.

Eine Woche später wurde im südostpolnischen Rzeszów ein 32-Jähriger unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Er hatte anfangs als Zeuge gegolten. Der Mann war nur wenige Stunden nach dem Verbrechen zusammen mit zwei Tatverdächtigen an einer Raststätte der Autobahn von Garmisch-Partenkirchen nach München (A 95) von einer Überwachungskamera gefilmt worden.

Am 23. März wurde schließlich im polnischen Stettin auch der Sohn der Pflegekraft festgenommen. Der 23-Jährige soll unmittelbar an der Tat beteiligt gewesen sein. Die Auslieferung der drei inhaftierten Männer aus Polen wurde durch die Staatsanwaltschaft München II beantragt.

Die Nachricht von der Festnahme des vierten Tatverdächtigen dürfte in der Gemeinde Königsdorf für Erleichterung sorgen. Seit Bekanntwerden des grausamen Doppelmordes war es auffallend ruhig gewesen - bis auf die Streifenwagen, die etwa im Zehn-Minuten-Takt durchs Dorf fuhren. Zudem waren in den Morgen- und Abendstunden berittene Beamte im Ort auf Patrouille. Maßnahmen, um das Sicherheitsgefühl zu stärken.

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