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Neuerungen am Klinikum Penzberg:Onkologische Tagesklinik geplant

Susanne Rogers Chefärztin Klinium Penzberg

Die neue Chefärztin Susanne Rogers möchte in Penzberg ein Darmkrebszentrum etablieren. Die Expertise dazu bringt sie mit.

Susanne Rogers wird zur Chefärztin der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie befördert

Von Alexandra Vecchiato

Das Klinikum Penzberg möchte sich als Darmkrebszentrum etablieren. Ein Baustein auf dem Weg dorthin ist die Ernennung von Susanne Rogers zur Chefärztin der Allgemein- und Viszeralchirurgie. Obschon ein kleines Haus mit nur 100 Betten hatte die Klinik Rogers Fachbereich stetig ausgebaut. Als nächster Schritt folgt die Eröffnung einer onkologischen Tagesklinik in Penzberg. Sie soll spätestens im Dezember dieses Jahres in Betrieb gehen.

Im Juli 2018 kam die gebürtige Münchnerin als Leitende Ärztin nach Penzberg. Davor war sie Oberärztin am Krankenhaus Agatharied und hat dort das Darmkrebszentrum mit aufgebaut. Ein Glücksfall sei es gewesen, Rogers gewinnen zu können, sagt Klinik-Geschäftsführer Claus Rauschmeier. Man habe die Spezialistin geholt, um die Bauchchirurgie in Penzberg auszubauen.

Perfekte Ergänzung

Rogers sei die perfekte Ergänzung zu Florian Brändle, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Inneren Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie. Denn die Tumorbehandlung sei keine isoliert zu betrachtende Fachdisziplin, sondern interdisziplinär angelegt. Eben dazu gehört neben einem Gastroenterologen, dem ersten Kontakt für den Patienten, und dem Operateur ein Facharzt für Onkologie. Das Klinikum Penzberg hat eine Tochtergesellschaft gegründet, die MVZ GmbH (Medizinisches Versorgungszentrum). Standorte sind Weilheim, Bad Tölz und Münsing. Penzberg mit einer onkologischen Tagesklinik auf dem Krankenhausgelände am Schloßbichl befindet sich im Aufbau. Die medizinische Leitung hat Michael Sandherr, Ressortleiter der Hämatologie und Onkologie an den Kliniken Penzberg und Starnberg.

So in die Tiefe der Tumorchirurgie zu gehen, sei für ein kleines Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung nicht selbstverständlich, betont Rauschmeier. "Das zeichnet unser Haus aus. Wir sind eine ernstzunehmende Adresse."

Überzeugt vom Klinikum Penzberg ist auch Rogers. Der Erfolg der Spezialisierung spiegele sich im Zuspruch der Patienten wider, sagt sie. Die Anzahl an Behandlungen im Bereich Bauchchirurgie habe sich seit ihrem Einstieg mehr als verdoppelt. Bis Ende 2021 werde sie sich verdreifachen. Der "warme Empfang", der ihr in der Stadt bereitet worden sei, und letztlich ihre Beförderung zur Chefärztin seien ein großer Vertrauensbeweis, sagt Rogers. Lobend erwähnt sie ihre Mitarbeiter. Gemeinsam mit ihrem Team habe sie eine zweieinhalbjährige "Tour de Force" hinter sich, während der immer mehr komplexere Operationen in Penzberg durchgeführt wurden. "Unser Anspruch muss genauso gut sein wie bei einem großen Haus, sonst könnte ich solche Eingriffe nicht verantworten."

"Ich habe viel vor"

Noch ist die 52-Jährige nicht am Ziel. "Ich habe viel vor", sagt Rogers, auch wenn einige Schritte bereits getan wurden. Rogers leitet die wöchentliche Tumorkonferenz in den Kliniken Penzberg, Starnberg und Seefeld. Dabei besprechen die Spezialisten verschiedenster Fachdisziplinen die anliegenden Fälle. Ein Meilenstein sei ihre Ernennung zum "Senior-Darmoperateur" im Jahr 2019 durch die Deutsche Krebsgesellschaft gewesen. Nun möchte die Bauch-Chirurgin und Darmkrebs-Spezialistin den Bereich Onkologie am Penzberger Klinikum weiter voranbringen: Sie möchte ein Darmkrebszentrum in der Stadt etablieren. "Die Menschen wollen nicht zur Behandlung nach München. Sie wollen in der Region bleiben", ist sich Rogers sicher.

© SZ vom 26.10.2020
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