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Neuerung in Wolfratshausen:Stadt reduziert eigenes Kulturangebot

Gedenken an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

In der Loisachhalle soll es mehr Veranstaltungen von Vereinen geben – wie den stets gut besuchten Gedenkabend zur Bücherverbrennung.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Wolfratshausen bietet die Loisachhalle gezielt Vereinen an

Von Claudia Koestler

Das Kulturprogramm der Stadt Wolfratshausen soll im kommenden Jahr vielfältiger und breiter werden - und das mithilfe der örtlichen Vereine: Diese firmieren nun mit ihren Veranstaltungen unter dem Dach der Stadt. Zugleich werden die bisherigen Wolfratshauser Abo-Reihen abgeschafft zugunsten eines Rabatt-Systems beim Einzelkartenkauf. Das erklärten Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) und Kulturamtsleiterin Marlene Schretzenmaier in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Zu diesem Termin waren auch Vertreter jener Vereine eingeladen, deren Veranstaltungen nun bereits von 2020 an als erste in das Angebot der Stadt integriert werden: der Konzertverein Isartal, der Historische Verein Wolfratshausen und der Kulturverein Isar-Loisach (KIL), wobei dessen Vertreterin fehlte.

"Wahl-Abo" nennt sich im neuen Jahr der "Kulturgenuss zum kleinen Preis", wie es im Flyer der Stadt heißt. Die Stadt Wolfratshausen darf an 25 Tagen im Jahr die Loisachhalle für Veranstaltungen nutzen und bespielen, so ist es im Vertrag mit dem Betreiber vereinbart. Dieses Kontingent nutzte Wolfratshausen bislang unter anderem für die Abo-Reihen "Theater" und "Loisach-Jazz", doch nicht jede Vorstellung war in der Vergangenheit ausverkauft. Nun komprimiert die Stadt ihr eigenes kulturelles Veranstaltungsprogramm: Statt wie bislang sechs Theateraufführungen soll es jährlich nurmehr eine geben, dazu vier Jazzkonzerte. An den frei gewordenen Tagen stellt die Stadt ihr Kontingent zur Hallennutzung Vereinen zur Verfügung, beispielsweise für die Konzerte des Philharmonischen Orchesters Isartal. Dieses "Eindampfen des städtischen Angebots", wie es Heilinglechner nannte, zugunsten einer Form der Kooperation schafft ihm zufolge unterm Strich ein breiteres Angebot. Auch das Stadtmarketing verbessere sich, weil sich der Bürger durch die Bündelung leichter orientieren könne.

"So vielfältig wie möglich"

"Wir haben uns einfach die Frage gestellt, wie können wir das Angebot so vielfältig wie möglich gestalten", sagte Schretzenmeier. Weitere Vereine wie etwa die Loisachtaler Bauernbühne oder die Flößerstraße habe sie bereits angesprochen. Interessierte könnten sich zudem jederzeit bei ihr melden. "Für Vereine war es bislang fast unmöglich, die Loisachhalle anzumieten, denn die Finanzierung war meistens grenzwertig. Deshalb ist es sehr positiv, dass die Stadt nun die Halle zur Verfügung stellen kann", freute sich Bernhard Reisner, stellvertretender Vorsitzender des Historischen Vereins. Im Gegenzug erhält die Stadt für die Vereinsveranstaltungen ein Kontingent an Karten, die im Bürgerbüro verkauft werden. Wer dort Karten für vier bis fünf Veranstaltungen erwirbt, erhält künftig einen Rabatt von 15 Prozent, bei sechs bis acht Veranstaltungen 20 Prozent und bei neun und mehr Eintrittskarten 25 Prozent. Abo-Reihen der einzelnen Vereine, etwa beim Konzertverein, bleiben indes bestehen.

© SZ vom 06.12.2019
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