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Landratswahl 2014:Gabriele Skiba tritt für SPD an

Die 61 Jahre alte Kreisvorsitzende sieht ihre Kandidatur als ein Zeichen dafür, dass die Sozialdemokraten mitgestalten wollen. Als Wahlkampfthemen nennt sie Asylbewerber, ÖPNV, Energiewende und Seniorenpolitik

Sozialempfang SPD Landtagsfraktion

Gabriele Skiba ist Kreisvorsitzende der SPD Bad Tölz-Wolfratshausen.

Die CSU ist nicht mehr die einzige Partei mit einer Landratskandidatin. Auch die SPD will eine Frau für die Wahl im März 2014 nominieren: Gabriele Skiba bewirbt sich am Samstag um das Votum der Mitglieder. Die 61-jährige SPD-Kreisvorsitzende ist politisch und sozial aktiv und sieht ihre Kandidatur als Demonstration dafür, dass "die SPD mitgestalten will". Sie wisse, dass das Potenzial ihrer Partei im Landkreis kaum über 13 Prozent liege, sagt Skiba: "Damit müssen wir umgehen." Doch eine SPD ohne Landratskandidat - "das wäre ein Armutszeugnis". Sie erkläre sich aus Solidarität zu ihrer Partei bereit anzutreten, sagt sie. Zu ihren Themen im Kreis gehörten Asyl, Bildungspolitik, Energiewende und Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV).

Skiba ist seit 1990 Mitglied der SPD. Sie saß von 1999 bis 2008 im Wolfratshauser Stadtrat, war Ortsvorsitzende und ist mit einer Unterbrechung von zwei Jahren seit 1999 Kreisvorsitzende. Sie engagiert sich im Sozialverband VdK, dessen stellvertretende Kreisvorsitzende sie ist, und im Kreis-Seniorenbeirat. Schmunzelnd sagt Skiba, sie sei mit 61 Jahren zwar nicht die Zukunft der Partei. Aber die Rentnerin mit Interesse am Reisen, an italienischer Renaissance und preußischer Geschichte verspricht einen engagierten Wahlkampf, der zeigen soll: "Die SPD ist präsent." Sie persönlich sei von Anfang an wegen sozialer Themen dabei. Auch beruflich - zuletzt hatte sie als Qualitätsmanagerin bei Siemens gearbeitet - setzte sie sich für Arbeitnehmer ein: als freigestellte Betriebsrätin.

Skiba stellte sich der Presse am Donnerstag mit ihrem Stellvertreter Paul Lehmann und dem Vorsitzenden der Kreistags-SPD, Reiner Berchtold, vor. Die Wahlkampfthemen seien noch nicht vollständig vorbereitet, erklärten sie, aber vieles sei unumstritten. Dazu zählten "die Flüchtlinge, die wir hier aufnehmen müssen". Container für Asylbewerber, wie sie jetzt im Landkreis aufgestellt werden, seien als Notlösung "ein akzeptables Angebot". Berchtold betonte, er sehe kein Problem: "Wir stecken ja auch Polizisten, Bundeswehrler und Schulkinder in Container." Skiba heißt es gut, dass Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler), um Zeit zu sparen, ohne Votum des Kreistags eine Stelle zur Betreuung von Asylbewerbern ausgeschrieben hat: "Es gibt Situationen, da muss man einfach handeln." Die SPD sieht, wie Niedermaier, unbedingt die Notwendigkeit der pädagogischen Betreuung der Flüchtlinge.

"Ein ewiges Thema" sei der Mangel von ÖPNV-Verbindungen in Ost-West-Richtungen im Landkreis. Gerade für ältere Menschen auf dem Land sei dies schwierig, sagt Skiba. Die SPD habe bereits einen Erfolg erzielt mit dem von ihr initiierten Nachtbus zwischen Wolfratshausen und Geretsried, der gut angenommen werde. Weiteres solle folgen.

Auf zwei Gebieten müsste der Landkreis nach Skibas Ansicht mehr zum Handeln und Zusammenarbeiten antreiben: bei der Umsetzung des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts und bei der Energiewende. So sage die SPD zu einem Pumpspeicherwerk auf dem Jochberg derzeit klar Nein - solange es kein Gesamtkonzept für die Energiewende gebe. Die Frage, was wo benötigt werde, müsse übergreifend, oberbayern- oder bayernweit geklärt werden. Der Landkreis dürfe die Gemeinden mit der Energiewende nicht allein lassen, müsse "regelnd und mediativ eingreifen", sagt die SPD-Vorsitzende.

Dem amtierenden Landrat seien "nicht wirklich große Fehler" vorzuwerfen, findet Skiba. Die SPD ist sich aber einig, dass er tendenziell näher an der CSU sei. Lehmann nennt die Freien Wähler "CSU light". Skiba sagt, sie freue sich auf den Wahlkampf. Die Frage, ob es nicht frustrierend sei, ohne Aussicht auf den Sieg anzutreten, beantwortet sie so: "Wenn ich das frustrierend fände, hätte ich klar und deutlich Nein gesagt." So wie Reiner Berchtold, den seine Partei ebenfalls gefragt hatte.

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