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Kommunalwahl in Münsing:Grüner Anspruch auf Stellvertretung

In der Gemeinde Münsing will Christine Mair Zweite Bürgermeisterin werden. Allerdings bewirbt sich auch der bisherige Vize-Rathauschef Josef Strobl erneut um den Posten. Dritter Bürgermeister Grünwald tritt nicht mehr an

Von Benjamin Engel

Die Münsinger Stimmenkönigin Christine Mair (Grüne) möchte als Stellvertreterin von Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) kandidieren. "Ich habe mich durchgerungen, dass ich meinen Hut in den Ring schmeiße", sagt die bisherige Umweltreferentin des Gemeinderats. Im Gremium haben die erstmals in Münsing angetretenen Grünen drei Sitze erreicht. Damit wurde die Gruppierung die stimmenstärkste in der Kommune. Nach dem Wahlerfolg habe sie sich erst einmal sortieren müssen, sagt Mair. Denn sie sei obendrein in den Kreistag gewählt worden. Wie das zeitlich zu vereinbaren sei, habe sie erst überlegen müssen. "Man hat aber auch eine Verpflichtung gegenüber dem Wählerwillen", sagt sie. Erneut antreten als Zweiter Bürgermeister will aber auch Josef Strobl (Wählergruppe Münsing). Dagegen steht der Dritte Bürgermeister Ernst Grünwald (Wählergruppe Ammerland) nicht mehr für eine Kandidatur bereit. Die beiden hatten als Stellvertreter von Bürgermeister Grasl bereits in den vergangenen zwölf Jahren agiert. Von einer "guten Zusammenarbeit spricht der Zweite Bürgermeister Strobl. "Ich kann ohne großen Stress und Ärger weitermachen", erklärt er daher. Über seine Kandidatur habe er mit den beiden weiteren Gemeinderäten seiner Gruppierung bereits gesprochen. Auch den Bürgermeister habe er informiert. 2014 fiel das Ergebnis für die Stellvertreterposten eindeutig aus. Mit 13 von 17 abgegebenen Stimmen wählte damals der Gemeinderat Strobl zum Zweiten Bürgermeister. Grünwald bekam zehn Stimmen und wurde damit Dritter. Doch sechs Jahre später will der Ammerlander Bildhauer lieber einem anderen eine Chance geben. Denn zur Kommunalwahl 2026 habe Bürgermeister Grasl angekündigt, aufzuhören. Auch er selbst und Strobl würden dann nicht erneut für den Gemeinderat, dem sie schon seit 2002 angehören, kandidieren. Wenn der Rathauschef und seine beiden Stellvertreter auf einmal aufhörten, wäre das für Grünwald eine zu große Veränderung. Darum solle jetzt schon jemand eine Chance bekommen, sich einzuarbeiten und mehr Verantwortung zu übernehmen. Allein vom Stärkeverhältnis der Gruppierungen möchte Grasl die Stellvertreterwahl nicht abhängig machen. Für ihn sollte der Gemeinderat auch die Persönlichkeit und das Engagement für die Kommune in die Entscheidung einfließen lassen. "Ich habe sehr gerne und vertrauensvoll mit Herrn Strobl und Herrn Grünwald zusammengearbeitet", sagt er. Doch letztlich bestimme nicht der Wunsch des Bürgermeisters, sondern das Gremiums in geheimer Wahl die Stellvertreter. Ein Zweiter und Dritter Bürgermeister müsse auch Zeit mitbringen, um bei Urlaub oder Erkrankung des Rathauschefs einspringen zu können. Man müsse tagsüber und abends verfügbar sein, um Termine wahrnehmen zu können. "Zeitlich muss jemand das erst einmal schaffen", sagt auch Grünwald. Er gibt zu, die kollegiale Zusammenarbeit als Dritter Bürgermeister vermissen zu werden. "Wenn sich keiner meldet, mache ich es gerne wieder", sagt er.

© SZ vom 28.04.2020
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