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Kommunalwahl in Bad Tölz-Wolfratshausen:Zwei grüne Räte in Sachsenkam

Die Epoche der Einheitsliste von CSU und Unabhängiger Wählerschaft ist beendet: Erstmals waren die Sachsenkamer Grünen zur Gemeinderatswahl angetreten und haben zwei von zwölf Sitzen erreicht. Für die Kommune ist es ein Novum, dass nun Kandidaten von zwei verschiedenen Listen im Gremium sitzen. Ebenso neu einarbeiten muss sich Bürgermeister Andreas Rammler. Noch vor sechs Jahren hatte er erfolglos für den Sachsenkamer Gemeinderat kandidiert. Jetzt steigt er direkt als Rathaus-Chef in die praktische Kommunalpolitik ein. "Ich komme ohne Ausbildung aus und mache gleich den Meister", sagt der 42-jährige Sparkassenangestellte. Erst einmal werde viel Neues auf ihn zukommen, doch die Herausforderung werde er annehmen.

Notfalls zurückgreifen will Rammler auf die Erfahrung seines Vorgängers Hans Schneil, der Verwaltung und altgedienter Gemeinderatsmitglieder.

Genau deswegen haben einige Sachsenkamer eine Alternative gesucht. Matthias Thumfart schildert, dass sich viele gefreut hätten, endlich eine zweite Liste wählen zu können. "Weil auf nur einer Liste meist die üblichen Verdächtigen gewählt werden", sagt der 54-jährige Pharmaberater. Mit der 47-jährigen Erzieherin und Kunsttherapeutin Maria Demmel wird er die Grünen im Gemeinderat vertreten. Damit hätte die Partei das erwartete Ergebnis erreicht, sagt Thumfart. "Wir haben mit zwei Sitzen gerechnet, auf drei gehofft und hatten Angst vor nur einem."

Mit ihren Themen wollten sich die Grünen im Gemeinderat einbringen. Zu fragen sei etwa, welchen Beitrag Sachsenkam zur Energiewende leisten könne. Darüber wolle die Partei diskutieren, ohne Bremser zu sein. Für neue Ideen und Ansätze zeigt sich Bürgermeister Rammler offen, solange fair und sachlich miteinander debattiert werde. Der Gemeinderat solle das Optimale erreichen.

© SZ vom 18.03.2020 / bene

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