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Kommunalwahl in Bad Tölz-Wolfratshausen:Zeit für die Politik

Die Kinder außer Haus, der Ehemann viel beschäftigt. Jetzt strebt Andrea Niedermaier selbst in die Politik.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Andrea Niedermaier kandidiert für die FWG in Bad Tölz

Was tut Frau, wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Ehemann viel unterwegs ist? Sie sucht sich ein neues Betätigungsfeld. Andrea Niedermaier ist die Frau an der Seite von Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler). Seit 2008 sitzt Josef Niedermaier im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen. Davor war er Bürgermeister in der Stadt Bad Tölz. Wer so viele Jahre Seite an Seite mit einem Kommunalpolitiker lebt, der hat selbst Erfahrungen sammeln können. Und diese möchte Andrea Niedermaier nun einbringen. Die 58-Jährige kandidiert bei der Kommunalwahl auf der Liste der Freien Wählergemeinschaft (FWG) für den Tölzer Stadtrat - und zwar auf dem aussichtsreichen Listenplatz acht.

Früher sei sie beruflich und familiär sehr eingespannt gewesen, erzählt Andrea Niedermaier. Da blieb keine Zeit für ein ehrenamtliches Engagement im Alltag. Das hat sich geändert. Ihre Töchter seien verheiratet und außer Haus, erzählt die 58-Jährige. Bis zur Übernahme durch Wiedemann im Dezember 2016 war sie Geschäftsführerin der Bäckerei Gotz. "Nun bin ich nur noch Angestellte. Das lässt mir mehr Freiraum", sagt Andrea Niedermaier.

Sie selbst wäre nicht auf die Idee gekommen, für den Tölzer Stadtrat zu kandidieren. Die FWG habe sie angesprochen. "Meine erste Reaktion war eher verhalten", erzählt sie. Doch Familie, Freunde und Bekannte hätten ihr zugeredet. "Mein Mann hat die Kandidatur gleich befürwortet." Ob es reichen wird, werde man am 15. März erst wissen. Der Listenplatz acht sei nicht schlecht, aber viel hänge davon ab, wie viele Kandidaten die FWG überhaupt in das Gremium bringen werde, sagt Andrea Niedermaier. "Ich denke, meine Chancen stehen nicht ganz schlecht. Aber wenn es nichts wird, dann ist das auch kein Weltuntergang", betont sie. Es gebe viele Möglichkeiten, sich zu engagieren.

Das möchte sie dennoch am liebsten als Stadträtin tun. "Ich möchte lokal vieles bewegen, damit unsere Heimatstadt Bad Tölz attraktiv bleibt." Auf lokaler Ebene könne man als Einzelner mehr bewirken wie auf der großen Politbühne. "Bad Tölz für alle Generationen lebens- und liebenswert erhalten", lautet ihr Leitspruch. Konkret heißt das: Erschwinglichen Wohnraum und Arbeitsplätze schaffen, das seien zwei wichtige Punkte, sagt die Bäckereifachverkäuferin und gelernte Augenoptikerin. Junge Leute müssten es sich leisten können, in der Kurstadt zu leben. Aber auch die Wege zu den Arbeitsplätzen dürften nicht zu lange sein. "Weite Strecken pendeln zu müssen, ist nicht attraktiv." Überhaupt gehe es darum, für Alt und Jung einiges bieten zu können - seien es Freizeit- und Sportmöglichkeiten oder ein lebendiges Nachtleben. Als weitere Punkte hat sie in ihrem persönlichen Wahlprogramm die Verbesserung des Radwegenetzes und die Stärkung des Handels in der Innenstadt aufgenommen.

© SZ vom 11.03.2020

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