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Kommunalwahl in Bad Tölz-Wolfratshausen:Nachsitzen in Lenggries

Markus Landthaler und Wolfgang Morlang in der Stichwahl

Dass es in der Brauneckgemeinde Lenggries bei vier Kandidaten eine Stichwahl geben würde, war zu erwarten. Mit Markus Landthaler von den Freien Wählern konnte man rechnen. Dass sein Kontrahent nun Wolfgang Morlang von der Bayernpartei ist, ist aber eine Überraschung. Landthaler erhielt am Sonntag 46,9 Prozent der Stimmen, Morlang 24,9 Prozent. CSU-Kandidatin Christine Rinner hat es mit 20,2 Prozent der Wählerstimmen nicht geschafft. Tobias Raphelt von der SPD erhielt 8,0 Prozent.

Der 50-jährige Polizeihauptkommissar Landthaler ist als amtierender Gemeinderat mit den Themen vertraut, die Lenggries in den kommenden Jahren fordern werden. Er gilt als bodenständig und hat im Wahlkampf vor allem den Erhalt des dörflichen Charakters als wichtiges Ziel genannt. Mit Wolfgang Morlang hat Landthaler nun einen Gegenkandidaten, der als Außenseiter für die Bayernpartei angetreten war. Der ledige 49-jährige stellvertretende Direktor der AOK Bad Tölz ist ein kommunalpolitischer Neuling, der aber in der Gemeinde Lenggries durch sein vielfältiges Engagement gut vernetzt ist. Er hatte im Wahlkampf betont, dass er die Bürger stärker einbinden wolle und sich als ausgleichender Moderator sehe.

Dass es Christine Rinner nicht in die Stichwahl geschafft hat, der der scheidende Bürgermeister Werner Weindl (CSU) volle Unterstützung zugesagt hatte, überrascht. Rinner, die stets betont hatte, dass sie sich das Amt zutraue, konnte sich gegen die beiden Männer Landthaler und Morlang nicht durchsetzen. Tobias Raphelt hat einen engagierten Wahlkampf geführt, sich aber persönlich bereits im Vorfeld wenig Chancen ausgerechnet. Er wollte mit seiner Kandidatur vor allem dazu beitragen, dass es die SPD wieder in den Gemeinderat schafft.

© SZ vom 16.03.2020 / schp

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