Leben im Isartal:Schulsport, der verbindet

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Leben im Isartal: Die Turnhalle der Grundschule Icking ist marode. Nun könnte es für einen Neubau zu einer Kooperation mit dem Landkreis und dem benachbarten Gymnasium kommen.

Die Turnhalle der Grundschule Icking ist marode. Nun könnte es für einen Neubau zu einer Kooperation mit dem Landkreis und dem benachbarten Gymnasium kommen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Die gemeindliche Grundschule Icking und das Landkreis-Gymnasium im Ort wollen sich eine neue Mehrfachturnhalle teilen. So scheint die Finanzierung des teuren Baus realistisch.

Von Susanne Hauck, Icking

Die Gemeinde Icking würde gern einen Ersatz für ihre 50 Jahre alte marode Grundschulturnhalle bauen. Bei den vergangenen Ratssitzungen waren die Gesichter jedoch lang gewesen. Erst der Kostenschock mit mehr als acht Millionen Euro für eine neue Zweifachturnhalle, dann die Hiobsbotschaft, dass der Freistaat bei einer so kleinen Schule sowieso nur eine Einfachturnhalle bezuschussen würde. Jetzt scheint sich ein Ausweg aus der Sackgasse aufzutun: Die Gemeinde will sich mit dem Landkreis zusammentun, denn auch das benachbarte Rilke-Gymnasium hat Bedarf. Grund sind die wegen der Wiedereinführung der neunten Jahrgangsstufe stark gestiegenen Schülerzahlen.

"Wir haben gemeint, dass wir in Icking alles durchsaniert haben", sagte dazu René Beysel vom Landratsamt. "Aber das G9 führt in der Zukunft zu Raumproblemen." Der Hauptamtsleiter rechnet mit rund 100 Schülern mehr im Schuljahr 2025/2026. Schon jetzt gäbe es wieder fünf Eingangsklassen. Obendrauf käme die demografische Entwicklung. Schulbedarfsplaner kalkulieren bei den Gymnasien im Landkreis mit durchschnittlich 25 Prozent mehr Schülern, in Icking etwas darunter mit 19 Prozent. Das Gymnasium werde in den nächsten Jahren 30 Klassen haben und damit einen Sportstättenbedarf, der über die derzeitige 2,5-fach-Turnhalle hinausgeht. "Im Schuljahr 2025/2026 brauchen wir drei Halleneinheiten", sagte Beysel voraus. Zusammen mit dem Bedarf der Grundschule käme man auf vier Halleneinheiten. Eine Kooperation zwischen Gemeinde und Landkreis sah er völlig unproblematisch. "Wir haben ein ähnliches Konzept mit Bad Tölz." Dort sei ein dauerhafter Vertrag mit der Anmietung eines Hallenteils vereinbart. Beysel stellte in Aussicht, dass sich der Landkreis nicht nur am Bau, sondern auch an den Projektsteuerungs- und laufenden Kosten entsprechend der Belegungszeiten beteiligen würde. Denn auch der Landkreis als Sachaufwandsträger ist in starkem Zugzwang, hat das Gymnasium aktuell doch nur eine schulaufsichtliche Genehmigung fürs G8 mit weniger Klassen. Claudia Roederstein (UBI) befürchtete, vom Landkreis im Stich gelassen zu werden. Ob der nicht am Ende doch selber auf dem Gymnasiumsgelände bauen werde, bohrte sie nach. Kategorisch ausschließen wollte Beysel das nicht, ließ aber durchblicken, dass das wohl an Platzproblemen scheitern wird. "Die Flächen sind schon relativ ausgereizt."

Keine Frage, dass die Räte nun mit der Kooperation liebäugeln. So schaut eigentlich alles gut aus. Bliebe da nicht der Wermutstropfen, dass der Landkreis die Option "schülerlenkende Maßnahmen" zieht, um die Zahl der Klassen zu beschränken und dadurch den Raumbedarf zu senken, wie Beysel offenließ. "Auch wenn dies der letzte Weg ist, den wir gehen wollen." Das würde im Klartext heißen, dass das Gymnasium, das an der Grenze zu zwei anderen Landkreisen liegt, Kinder von dort ausschließen dürfte. Beysel erinnerte an die Lage vor zehn Jahren. Damals hatte sich an der Finanzierung des damals notwendigen Schulausbau nur der Landkreis Starnberg beteiligt, der Landkreis München hatte sich gesperrt, obwohl traditionell viele Jugendliche aus Gemeinden wie Schäftlarn und Baierbrunn die Schule besuchen.

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