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Wolfratshausen:So läuft der erste Hof- und Gartenflohmarkt

Trödel aus Keller und Dachboden verkaufen und dabei Menschen kennenlernen: So stellt sich Stadträtin Ulrike Krischke die Premiere im Juni vor. Die Anmeldung läuft.

Ulrike Krischke freut sich schon auf den Hof- und Gartenflohmarkt.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Das zweite Wochenende nach den Pfingstferien könnte für Wolfratshausen künftig ein Fixpunkt im Kalender werden, an dem sich die ansonsten eher müde Loisachstadt als eine etwas andere lebendige Einkaufsstadt im Grünen präsentiert: beim "Hof- und Gartenflohmarkt Wolfratshausen". Den nämlich realisiert die Stadträtin Ulrike Krischke (Bürgervereinigung) in diesem Jahr am Samstag, 11. Juni, zum ersten Mal. Egal ob Altstadt, Farchet, Weidach, Nantwein oder Waldram - überall sollen dann Bürger von 10 bis 15 Uhr ihre Gärten und Hinterhöfe öffnen und dort all die Dinge anbieten, die sie schon länger loswerden wollen.

"Der Hof- und Gartenflohmarkt Wolfratshausen soll Menschen zusammenbringen, Nachbarn einander besser kennenlernen lassen und den Tausch und Handel von Schätzen aus Keller und Speicher zum Ziel haben", erklärt Krischke. Es handle sich um eine "nicht-gewerbliche, nachbarschaftliche Aktion", betont sie. Professionelle Händler sind nicht erlaubt. Vorbild sind die Hofflohmärkte, die es in zahlreichen Münchner Stadtteilen und auch in anderen Städten schon gibt.

Auf die Idee kam Krischke vor etwa zwei Jahren: "Wir hatten so viel Zeug im Speicher und im Keller angesammelt, und die Kinder werden größer", erzählt sie. Deshalb entschloss sie sich dazu, einen Garagenflohmarkt abzuhalten. Mit Erfolg: "Es kamen viele Freunde, aber auch Nachbarn vorbei", sagt die Stadträtin. "Wir haben viel geratscht und auch viel verkaufen können." Viele hätten ihr gesagt, dass sie so etwas auch gerne einmal machen würden, nur nicht wüssten, wann und wie. Deshalb sei ihr die Idee mit einem Flohmarkttag im ganzen Stadtgebiet gekommen. "Ich glaube, dass viele einfach einen Impuls brauchen", sagt Krischke.

Beim Flohmarkt können die Wolfratshauser auch ihre Gärten zeigen

Der Hof- und Gartenflohmarkt soll den Wolfratshausern nicht nur die Möglichkeiten geben, ihre Keller und Speicher auszumisten und nebenbei ein wenig Geld zu verdienen, sondern auch ihre Höfe und Gärten zu präsentieren. "Mitmachen können alle Wolfratshauser Bürgerinnen und Bürger, die über einen Hof, Garten oder eine andere private Fläche verfügen", erklärt Krischke - unabhängig ob Eigentümer oder Mieter. Die aber sollten die Teilnahme vorab mit den Hausbesitzern abklären. "Jedes Haus organisiert die Aktion in eigener Verantwortlichkeit", erklärt Krischke. Dass das unproblematisch sei, habe ihr das Ordnungsamt schon bestätigt. Allerdings dürften die Teilnehmer ihre Waren nur auf privatem Grund verkaufen. "Ein Flohmarktstand auf Gehwegen oder öffentlichen Plätzen ist nicht zugelassen."

Dass der Hofflohmarkt, den Ulrike Krischke gemeinsam mit ihrem Mann Stephan initiiert, mehr als nur eine Idee ist, zeigt die professionelle Internetseite, die Krischke selbst gestaltet hat: Unter www.hofundgartenflohmarkt.de findet man alle relevanten Informationen. Die grafisch anspruchsvoll gestaltete Seite mit eigens entworfenem Logo vermittelt mit zahlreichen Fotos einen Hauch von "Yard Sale"-Romantik, die an Sommer aus der Kindheit denken lässt. Und sie liefert ein schönes Bild davon, wie der Hof- und Gartenflohmarkt aussehen könnte. "Man sollte nicht das Gefühl haben, man steht an einem staubigen Parkplatz", sagt Krischke.

Wer beim Hof- und Gartenflohmarkt mitmachen will, sollte sich bis Donnerstag, 2. Juni, anmelden. Auf der Website sollen eine Woche vor dem Flohmarkttermin alle Adressen, aufgeteilt nach Stadtteilen, aufgelistet werden. So können sich Besucher vorab über die Straßen informieren, an denen sie vorbeischauen wollen.

Die Verkaufsstellen werden durch Luftballons markiert

Anmelden kann man sich kostenlos und bequem auf der Website, per E-Mail an uli@krischke.de oder auf der Facebook-Seite des Hof- und Gartenflohmarkts Wolfratshausen. Damit die teilnehmenden Gärten und Hausbesitzer auch von der Straße aus gut zu erkennen sind, verschickt Krischke vorab an alle angemeldeten Adressen Luftballons, die sie an dem Markttag vor ihrem Anwesen anbringen können. Bei Dauerregen wird der Flohmarkt um eine Woche verschoben. Krischke aber vertraut auf den Juni, der in den vergangenen Jahren immer gutes Wetter gebracht habe.

Sie habe schon zahlreiche positive Rückmeldungen erhalten, sagt die Organisatorin. "Die Idee kommt gut an. Viele freuen sich vor allem darauf, ihre Nachbarn endlich mal besser kennenzulernen." Besonders gefalle es den Leuten, dass die Wolfratshauser etwas gemeinsam auf die Beine stellen, sagt Krischke. "Ohne dass es von der Stadt organisiert werden muss." Die Bürger könnten sich so eine Attraktion schaffen, die auch aus den Nachbarkommunen jeden Sommer in die Loisachstadt ziehen könnte - und das ganz ohne Stadtmanager.

Mehr dazu im Internet unter www.hofundgartenflohmarkt.de oder auf Facebook: Hof-und-Gartenflohmarkt Wolfratshausen. Anmelden kann man sich per E-Mail unter uli@krischke.de.