Kommunale Finanzen:Einbruch bei der Gewerbesteuer

Kommunale Finanzen: Die Gemeinde Eurasburg muss durch Rückzahlungen ein "Riesen-Loch" in die Kasse reißen.

Die Gemeinde Eurasburg muss durch Rückzahlungen ein "Riesen-Loch" in die Kasse reißen.

(Foto: Monika Skolimowska/dpa)

Eurasburg muss nach Abschreibungen mit 1,7 Millionen Euro weniger auskommen.

Von Benjamin Engel, Eurasburg

Für heuer ist Eurasburg finanziell stark unter Druck geraten, weil Gewerbesteuerbescheide aus dem Jahr 2022 neu festgesetzt wurden. Die Kommune muss daher mit 1, 7 Millionen Euro weniger Einnahmen auskommen. "Wir haben jetzt halt wirklich ein Problem", sagte Kämmerer Markus Gerold, als er in der jüngsten Sitzung den Haushaltsentwurf vorstellte. Für das laufende Jahr 2024 könne er nur noch mit einer halben Million Euro an Gewerbesteuereinnahmen kalkulieren. Die Kommune müsse einmal 844 000 Euro zurückzahlen, was schon ein "Riesen-Loch" in die Kasse reiße. Von weiteren 879 000 Euro blieben durch neue Festsetzungsbescheide nur noch 7300 Euro Einnahmen übrig.

Im Verwaltungshaushalt ist so ein Defizit von 1,1 Millionen Euro entstanden, was Eurasburg aus dem Vermögenshaushalt stopfen muss. Das sei nötig, um den Betrieb der Gemeinde aufrechtzuerhalten, so Gerold. Insgesamt wird der Verwaltungsetat um die zehn Millionen Euro umfassen. Der größte Einnahmeposten ist die Einkommensteuer. Vier Millionen Euro hoch ist der kommunale Anteil. Die Grundsteuer A und B machen knapp 39 000 beziehungsweise 482 000 Euro aus. Ebenso bekommt die Gemeinde heuer 105 000 Euro an Schlüsselzuweisungen bei Gesamtsteuereinnahmen von 5,77 Millionen Euro. Allerdings muss Eurasburg davon drei Millionen Euro als Kreisumlage wieder abgeben.

Gleichzeitig hat die Kommune zwar im Vergleich zum Vorjahr 5,85 Stellen mehr besetzt. Drei davon machten laut Gerold aber eine Praktikantin, eine Stelle im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) sowie eine für eine praxisintegrierte Ausbildung im Kindergarten aus. Zudem würde eine neue Putzbrigade im Kindergarten das Stellenkontingent um 0,76 erhöhen. In der reinen Rathausverwaltung ändere sich praktisch nichts, so Gerold. Desgleichen müsse die Gemeinde einiges für den laufenden Unterhalt ausgeben, 484 500 Euro etwa für das Kanalnetz und 210 000 Euro für Straßen."Der goldene Wasserhahn wird heuer nicht geschaffen."

Für Investitionen gibt die Gemeinde heuer über den Vermögenshaushalt mit 1,19 Millionen Euro am meisten für den weiteren Breitbandausbau aus. Allerdings fließen auch 898 000 Euro als Förderung wieder an Eurasburg zurück. In die Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung werden je etwas mehr als 170 000 Euro investiert. Im kommenden März soll der Gemeinderat den Haushalt beschließen.

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