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Für den Landtag:CSU nominiert Bachhuber

Der frühere Bad Heilbrunner Bürgermeister bewirbt sich ein zweites Mal um das Direktmandat. Er sieht sich dort eher als Kümmerer im Hintergrund. Im Bezirk soll Thomas Schwarzenberger den Stimmkreis vertreten.

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Martin Bachhuber (li.) sitzt schon bisher im Landtag, Thomas Schwarzenberger soll nach dem Willen der CSU Dominic Stoibers Nachfolger im Bezirkstag werden.

(Foto: Manfred Neubauer)

Am Tag in Rom, am Abend in Kochel. Eine weite Anreise hatte der Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber zu seinen Parteikollegen von der CSU, die am Donnerstagabend ihre beiden Kandidaten für die Landtags- und die Bezirkstagswahl aufstellten. Zwei Stunden nach der Landung in München zeigte er sich noch "aufgelöst und ergriffen" von seinen Eindrücken in Rom, wo er die letzte Generalaudienz von Papst Benedikt XVI. miterlebt hatte. Anders als bei den Wahlen im Vatikan, wo mancher Purpurträger als künftiger Pontifex ins Konklave geht und als Kardinal wieder herauskommt, musste sich Bachhuber um das Votum der Christsozialen aus den Stimmkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch keine Sorgen machen. Sie nominierten ihn mit 97 von 99 Stimmen, von denen eine ungültig war, erneut zum Landtagskandidaten.

In seiner Rede wirkte Bachhuber etwas müde, der Funke sprang an diesem Abend kaum einmal über. Kurzer Applaus brandete nur auf, als er erwähnte, dass München und Garmisch nicht den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2018 erhalten hatten. "Aber ich habe wenigstens dazu beigetragen, dass Bayern eine Bewerbung abgegeben hat", rief Bachhuber in den voll besetzten Saal das Gasthofs zur Post. Ansonsten präsentierte sich der Landtagsabgeordnete als Fürsprecher der Kommunen. Er pries die Finanzpolitik der CSU, die den Weg für ein Bayern ohne Schulden öffne und damit zur Generationengerechtigkeit beitrage, die überdies die Städte und Gemeinden mit 7,3 Milliarden Euro über den Finanzausgleich entlastet habe. Er verwies auf die Investitionsquote vom elf Milliarden Euro im Doppelhaushalt 2013/2014 - "kein Bundesland hat eine höhere" - und auf die geringe Arbeitslosenzahl im Freistaat - "die niedrigste in Deutschland". Tatsache sei, dass es "den Menschen in Bayern besser geht als den Menschen in Europa und auch in Deutschland", sagte er. Eher kursorisch fiel seine eigene Bilanz der vergangenen fünf Jahre im Maximilianeum aus. Die Modernisierung des Schienenverkehrs im Werdenfelser Land und auf der Strecke Tutzing-Kochel, die Nordumfahrung für Bad Tölz, die S 7-Verlängerung nach Geretsried, die vorgesehene Aufstockung der Sekretärinnen-Stellen an Schulen oder auch die Halbierung des Mehrwertsteuersatzes für die Hotellerie - "das ist eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann", sagte er.

Seine Selbsteinschätzung als Parlamentarier goss Bachhuber in die Formulierung, er sehe sich als ein im Hintergrund wirkender "Kümmerer im Stimmkreis", wie etwa bei der Rettung der Realschule Schlehdorf. "Ich gehöre nicht zu den Abgeordneten, die auf die Buschtrommel schlagen, wenn sie am Morgen ohne Probleme aus dem Bett kommen", sagte er. Den Christsozialen im Saal versprach er für den Fall seiner Wiederwahl: "Sie bekommen wieder Bachhuber echt."

Mit 96 von 99 Stimmen fuhr auch Thomas Schwarzenberger als Bezirkstagskandidat ein klares Ergebnis ein. Nachdem Dominic Stoiber aus beruflichen Gründen nicht mehr antreten mochte, unterstützte die Spitze der Kreis-CSU Bad Tölz-Wolfratshausen die Bewerbung des Bürgermeisters von Krün im Nachbarkreis Garmisch-Partenkirchen. Für den 42-jährigen Schwarzenberger gibt es im Bezirkstag genug Themen, "die es wert sind, dass man sich für sie einsetzt". Als Beispiele nannte er die Arbeit überörtlicher Sozialhilfeträger, die Inklusion oder die Förderung von Brauchtum und Kultur. Bachhuber, der sich selbst schon mal den Vorwurf eines "weichgespülten CSUlers" gefallen lassen musste, gab dem Krüner Bürgermeister eine Weihe eigener Art: "Er ist nicht von vorauseilendem Gehorsam gegenüber der CSU. Er spricht die Dinge offen an."

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