Preisträger im Porträt V:Mit dem Gespür für Menschen

Preisträger im Porträt V: "Deutlich, kraftvoll und nachdrücklich" setze sich Edith Peter für andere ein, so die Laudatio.

"Deutlich, kraftvoll und nachdrücklich" setze sich Edith Peter für andere ein, so die Laudatio.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Edith Peter wird für ihr umfangreiches soziales Engagement ausgezeichnet.

Von Felicitas Amler, Bad Tölz-Wolfratshausen

Edith Peter verdankt ihre Auszeichnung mit der Isar-Loisach-Medaille - natürlich neben dem eigenen Engagement - zwei Frauen: Grünen-Kreisrätin Mechthild Felsch hat die vielfältig ehrenamtlich tätige Geretsrieder Rentnerin vorgeschlagen. Und Altbürgermeisterin Cornelia Irmer, Vorsitzende des Sozialverbands VdK in Geretsried, hat die Begründung beigesteuert. Mit den beiden Frauen wird auch gleich deutlich, in welchen Bereichen Edith Peter sich Verdienste erworben hat: im politischen und im sozialen Ehrenamt.

Edith Peter ist dieses Jahr siebzig geworden, sie war bis zur Rente Pfarrsekretärin der evangelischen Petruskirche. Die Liste ihrer früheren und aktuellen Engagements ist lang: Elternbeirätin; Laienhelferin für psychisch kranke Menschen und Mitgründerin des Vereins der Freunde psychisch Behinderter in Geretsried; seit 30 Jahren Mitglied im Partnerschaftsverein Geretsried-Chamalières, seit zwei Jahren dessen Vorsitzende; Schatzmeisterin des Christophorus-Hospizvereins und stellvertretende Vorsitzende des VdK Geretsried; SPD-Stadt- und Kreisrätin und ehrenamtliche Richterin am Bayerischen Verwaltungsgericht München.

"Gespür für Menschen in Notlagen"

Man ahnt es also: Edith Peter "hat ein ausgeprägtes Gespür für Menschen in sozialen Notlagen", wie Cornelia Irmer erklärt. "Wenn sie eine solche Notlage wahrgenommen hat, dann setzt sie alle Hebel in Bewegung, um zu helfen und zu unterstützen." Sie werde nicht müde, auf Problemstellungen, Schwierigkeiten und Notlagen hinzuweisen. Sie begegne Menschen auf Augenhöhe, so Irmer, respektiere sie in ihrer Befindlichkeit und lasse sie somit Wertschätzung und Achtung erfahren. Für andere sei sie "deutlich, kraftvoll und nachdrücklich", für sich selbst fordere sie nichts, sondern sei bescheiden, zufrieden und vor allem humorvoll.

Menschen wie Edith Peter seien "das menschliche Antlitz einer Gesellschaft", die allzu oft Schwache, Kranke und Behinderte zur Seite schiebe oder gänzlich übersehe.

Im Gespräch mit der SZ hat Edith Peter einmal erklärt, wie sehr sie Frankreich liebe: "Es wäre das Land - außer Deutschland -, in dem ich leben könnte", sagte sie. Verständigen kann sie sich dort ohnehin bestens, denn sie hat Englisch und Französisch studiert. Eigentlich fürs Lehramt, aber sie wäre nach eigener Einschätzung "eine grottenschlechte Lehrerin" geworden, weil sie so ungeduldig sei. Ein Jahr in Bordeaux als Assistante allemande hat sie dennoch absolviert und dabei Land und Leute schätzen gelernt. Besuche in Chamalières, der französischen Partnerstadt Geretsrieds, seien für sie "wie Heimkommen".

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