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Bürgerentscheid:Ortsumfahrung Schäftlarn: 1131 Unterschriften übergeben

Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (2.v.l.) nahm den Unterschriftenordner von Philipp Federspieler (links), Wolfgang Herzog (3.v.l.) und Alexander Wächter (rechts) im Rathauses entgegen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Einen dicken Ordner mit 1131 Unterschriften haben die Verantwortlichen der "Initiative für Verkehrsentlastung Hohenschäftlarns bei Erhalt unserer Landschaft" am Mittwoch an den Schäftlarner Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU) übergeben. "Die Resonanz ist groß", sagte Philipp Federspieler als einer von drei Vertretern der Initiative, die ins Rathaus gekommen waren. Ruhdorfer nahm die Unterschriften, sichtlich um Ruhe bemüht, entgegen. Man werde das Begehren nun auf seine Zulässigkeit prüfen.

"Mir tut es leid für die Anwohner der Starnberger Straße und die Schulkinder, die täglich über die Straße müssen", sagte Ruhdorfer. Das Bürgerbegehren werde die Umgehungsstraße für Hohenschäftlarn erneut verzögern. Die von der Initiative favorisierte BI-Variante durch den Bannwald an der nördlichen Gemeindegrenze habe laut Rathauschef "keine Chance auf Genehmigung". Zudem werde die Gemeinde durch das Begehren und den in der Folge möglichen Bürgerentscheid "deutliche finanzielle Verluste" erleiden. Aufträge zur weiteren Planung der vom Gemeinderat beschlossenen Variante B durch die Flur seien bereits vergeben worden. "300 000 bis 500 000 Euro wird uns das schon kosten", so Ruhdorfer. Er betonte erneut, dass der Gemeinderat seine Entscheidung im Juli "auf den Fakten" der vorliegenden Gutachten basierend getroffen habe. Das Bürgerbegehren habe zur Folge, dass der Verkehr "weitere Jahrzehnte durch den Ort" fließen werde.

Federspieler und seine beiden Mitstreiter Wolfgang Herzog und Alex Wächter beharrten auf ihrem Standpunkt, dass es durchaus andere Möglichkeiten für eine Ortsumfahrung als die beschlossene Variante B gebe. "Es gibt immer eine Alternative", so Federspieler. "Schäftlarn braucht eine Umfahrung, aber keine die unsere einzigartige Landschaft zerstört", sagte Herzog. Warum sie erst ein halbes Jahr nach dem Gemeinderatsbeschluss tätig geworden sind, begründeten die Vertreter damit, dass es erst den Beschluss gebraucht habe, um aktiv zu werden, und die Organisation des Begehrens viel Zeit in Anspruch genommen habe. Der Wortwechsel zwischen dem Bürgermeister und den Überbringern der Unterschriften machte deutlich, wie verhärtet die Fronten mittlerweile sind. Bekannte Argumente zum Naturschutz, zur Zusammenarbeit mit Starnberg und den Kosten wurden von beiden Seiten erneut vorgebracht.

Federspieler leitet von der Unterschriftenliste einen klaren Bürgerwillen ab: "Die Bürger wollen die Flur nicht kaputt machen." Unterschriften, um das Begehren zu unterstützen, können weiterhin abgegeben werden.