Bauprojekt in Bad Tölz:Neues Laden-Café in altem Stadthaus

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Der Tölzer Bauausschuss stimmte dem Umbau eines Baudenkmals in der zentrumsnahen Mühlgasse zu.

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Alte Stadthäuser in Bad Tölz sind nicht immer schön anzusehen. Für das denkmalgeschützte Gebäude mit dem Blumengeschäft nebenan in der Mühlgasse soll dies bald nicht mehr gelten. Nach Umbau und Sanierung soll dort ein Laden-Café entstehen, in dem auch Alkohol ausgeschenkt wird, allerdings nur in geringem Maß. Außerdem sind im Erdgeschoss noch ein Büro und Lagerräume vorgesehen. In den oberen Etagen soll es künftig nicht mehr vier kleine, sondern nur noch zwei große Wohnungen mit mehr als 65 Quadratmetern Fläche geben. Der Bauausschuss des Tölzer Stadtrats stimmte dem Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung einmütig zu.

Das Haus hatte sich Stadtbaumeister Florian Ernst zusammen mit Vertretern des Landesverbands für Denkmalpflege und der unteren Denkmalbehörde vorab angesehen. Das Baudenkmal sei ein "dreigeschossiger, freistehender Flachsatteldachbau mit profilierten Balkenköpfen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts", erläuterte Ernst. Außerdem stehe es in einem frühzeitlichen Teil der vorstädtischen Mühlfeldsiedlung. Die Sanierung sei durchaus "denkbar", sagte der Stadtbaumeister. Dabei sei möglicherweise auch eine Solaranlage geplant, dies müsste dann allerdings noch gesondert besprochen werden.

Durch den Umbau werden acht Stellplätze nötig, nachgewiesen sind jedoch nur die bestehenden fünf. Die restlichen drei Parkplätze sollen für je 5000 Euro abgelöst werden. Für Johannes Gundermann (Grüne) ist dies ein Problem. In der Innenstadt seien Parkplätze Mangelware, sagte er. Und etwa 50 Stellflächen fielen noch durch die Sanierung der nahen Bairawieser Straße weg. Was Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) zurückwies: "Darüber gibt es momentan keine Entscheidung." Im Übrigen glaube auch er, dass innerstädtische Parkplätze möglichst erhalten bleiben sollten.

Begeistert zeigte sich Stadtrat Matthias Winter (CSU). Durch das Vorhaben werde der Platz in der Mühlgasse aufgewertet, meinte er. Dies sei auch gut für das Café und das Ärztehaus in der Nähe. Den Engpass bei zentrumsnahen Stellflächen bezeichnete René Mühlberger als bekannte Problematik. Dies sei aber kein Grund, hier ein Angebot abzulehnen, "das uns grundsätzlich bereichert", sagte er. Michael Ernst (SPD) regte an, mit der Ablösesumme für die fehlenden drei Stellflächen weitere Parkplätze in der Innenstadt zu schaffen. Solche Einnahmen dienten jedoch nicht der Kompensation, schränkte Bauamtsleiter Christian Fürstberger ein. Was das brach liegende Post-Areal ein paar Meter weiter an der Hindenburgstraße angeht, teilte er mit, dass man dieses Gelände "weiter auf dem Schirm" habe. Mit dem Eigentümer befinde man sich im Gespräch, so Fürstberger. "Da kann man was machen."

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