Vorstoß im Gemeinderat gescheitert:Polizei bleibt ohne Helfer

Nach Planegg lehnt auch Gräfelfing eine Sicherheitswacht ab

Von Annette Jäger, Gräfelfing

Eine Sicherheitswacht wird es in Gräfelfing nicht geben. Die Gemeinderäte lehnten das Konzept mehrheitlich ab, für das Thomas Sorgalla, Leiter der Polizeiinspektion in Planegg, geworben hatte. Damit folgten sie dem Beschluss der Nachbargemeinde Planegg. Der Einsatz einer ehrenamtlichen Sicherheitswacht, die die örtliche Polizei unterstützt, wurde für Gräfelfing als "nicht erforderlich" erachtet.

Die Sicherheitswacht gibt es in Bayern seit 25 Jahren, sie ist für Orte gedacht, an denen sich die Bürger "mehr Präsenz" wünschen, sagte Sorgalla, als er den Gemeinderäten das Konzept im Mai vorstellte. In Gräfelfing könnte das am Anger an der Würm sein, an den Bahnhöfen, in der Bahnhofstraße und in Grünanlagen. Dies seien Orte, wo sich Zerstörungswut entlade, wo Bürger sich vielleicht unsicher fühlten, so Sorgalla. Bei Ordnungsstörungen würden die Ehrenamtlichen einschreiten, dürften Personen ansprechen, Identitäten feststellen, Platzverweise erteilen und die Daten an Polizei oder Gemeinde übermitteln. Straftaten dürften sie nicht verfolgen.

Die Gemeinderäte schätzten den Einsatz kritisch ein. "Kinder werden unsicherer, Jugendliche eher provoziert", sagte Sabine Müllauer (SPD). Auch Lion Buro (Interessengemeinschaft Gartenstadt Gräfelfing) lehnte die Polizeihelfer ab, da sie keine Lösung für den Anger darstellten, wo es immer wieder zu Ruhestörungen und Müllbergen kommt. "Wir brauchen keine Überwachung", sagte Jörg Scholler (FDP). Andere Gemeinderäte hätten die Sicherheitswacht gerne in einem zweijährigen Testlauf erprobt. Dafür fand sich aber keine Mehrheit.

© SZ vom 05.08.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB