Verlags-Auszeichnungen:Von Nichtsein bis Design

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Verlags-Auszeichnungen: Bunte Mischung: die vom Freistaat empfohlenen Independent-Bücher 2022.

Bunte Mischung: die vom Freistaat empfohlenen Independent-Bücher 2022.

(Foto: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst)

Der Freistaat hat auch in diesem Jahr wieder Verlagsprämien vergeben und die Empfehlungsliste "Bayerns beste Independent Bücher 2022" herausgegeben.

Von Antje Weber, München

Dass der Freistaat unabhängige Verlage und ihre Bücher verstärkt fördern will, bekräftigt das Kunstministerium bereits im dritten Jahr: Mit 50000 Euro unterstützt es wieder zehn Publikationsvorhaben unabhängiger Verlage und hat eine Empfehlungsliste mit zehn herausragenden Neuerscheinungen veröffentlicht - bei denen Kunstminister Markus Blume "Lieblingsbuch-Potenzial" entdeckt.

Mit einer "Verlagsprämie des Freistaats Bayern 2022", dotiert mit je 5000 Euro, wurden Verlage mit ganz unterschiedlichen Publikationsvorhaben ausgezeichnet: Der auf Lyrik spezialisierte Anton G. Leitner Verlag aus Weßling ist mit "30 Jahre Das Gedicht" zum Thema "Offen" dabei, der Hirschkäfer Verlag aus München mit dem Sachbuch "Munich Sounds Better With You" von Jens Poenitsch. Der Erlanger Verlag Homunculus wird für Rokhl Faygenbergs Roman "Auf unbekannten Pfaden" gefördert, Krachkultur aus München für das Buch "Hoffentlich Liebe", herausgegeben von Martin Brinkmann und Alexander Behrmann. Der Maro-Verlag in Augsburg wird sich über Unterstützung für den Lyrikband "frank: sonette" von Diane Seuss freuen, der Morisken Verlag in München für die Förderung der Graphic Novel "Tension" von Sofiia Melnyk. Die Münchner Stroux-Edition ist mit Tatjana Gromačas Roman "Göttliches Kind" dabei, der Münchner Kinderbuch-Verlag von Susanna Rieder mit Gianni Rodaris "Gutenachtgeschichten am Telefon". Und während der Verlag Thomas Reche aus Neumarkt für die Publikation von Liao Yiwus "Gefängnis-Flucht" ausgezeichnet wird, erhält der Volk Verlag in München Geld für ein Sachbuchprojekt von Erich Kasberger: "Die Münchner Gestapo".

Spurensuchen und schwankende Böden

Auf die Empfehlungsliste "Bayerns beste Independent Bücher 2022" hat die Jury in diesem Jahr folgende zehn Neuerscheinungen gesetzt: Wiebke Dierks' "Nachkommen - wenn Töchter ihren Müttern schreiben" (&Töchter), Michael Batz' "Das Haus des Paul Levy. Rothenbaumchaussee 26" (Dölling und Galitz) und Günter Derleths "... immer viel Licht" (Edition Promenade). Slata Roschals Roman "153 Formen des Nichtseins" (Homunculus), der auch auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, findet sich ebenso darunter wie Wolfgang Martynkewicz' "Das Schwanken des Bodens unter den Füßen" (Maro). Katharina Bendixens Jugendbuch "Taras Augen" (Mixtvision) wird gepriesen, desgleichen das Sprachkunst-Büchlein "Auf ein Maoam mit Otto" von Bea Michl und Emil Bach (Schillo). Andreas K. Vetters Sachbuch "Unvernünftiges Design" (Spurbuchverlag) gefiel der Jury, ebenso Angela von Gans' Spurensuche nach der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Emma Bonn (Stroux Edition) und Fritz Stieglers Roman "Heiner" (Volk Verlag). Die ausgezeichneten Verlage werden im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert und am 26./27. November beim Markt der unabhängigen Verlage des Münchner Literaturfests.

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