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Trudering:Mehr Sicherheit

Der Schrammingerweg soll Fahrradstraße werden

Von Ilona Gerdom, Trudering

Eng und kurvig erstreckt sich der Schrammingerweg von der Markgrafenstraße in der Gartenstadt Trudering zum Wohngebiet an der Schwedensteinstraße. Nach einheitlichen Temporegeln sucht man auf der etwa einen Kilometer langen Strecke vergebens. Mal darf man nur 30 Kilometer pro Stunde fahren, mal 50, mal gibt es gar kein Schild. Dem Bezirksausschuss (BA) Trudering-Riem und der Bürgerversammlung ist das ein Dorn im Auge. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat nun einer durchgehenden Beschränkung auf 30 km/h zugestimmt. Das reicht dem Stadtteilgremium noch nicht. Es fordert zusätzlich eine Fahrradstraße.

Auch das KVR kam zu dem Schluss, dass sich am Schrammingerweg "diverse zulässige Geschwindigkeiten ohne erkennbaren Sinn" aneinanderreihen. Weil die Straße schmal, teils schlecht einsehbar und gewunden ist, sei ein ausnahmsloses Tempo 30 aus Gründen der Verkehrssicherheit durchaus einleuchtend. Im BA begrüßte man das. Allerdings geht die Regulierung vielen Mitgliedern nicht weit genug. So forderten sowohl SPD als auch Grüne in zwei weiteren Anträgen, den Schrammingerweg als Fahrradstraße auszuweisen. Schon 2016 hatte das Gremium dies angeregt. Gescheitert war das Vorhaben am Argument, dass der Radverkehr den Autos untergeordnet sei. Heute ist das anders. Der Vorsitzende des Unterausschusses Stadtteilentwicklung, Gerhard Fuchs (SPD), stellte fest: "Der Fahrradverkehr hat wahnsinnig zugenommen." Eine Fahrradstraße täte nicht nur Trudering, sondern der ganzen Stadt gut.

Tatsächlich ist der Schrammingerweg Teil der überörtlichen Freizeitroute Isar-Inn-Radweg. Gerade am Wochenende sind daher viele Fahrradfahrer und Fußgänger unterwegs. Werktags dagegen nutzen Schülerinnen und Schüler den Weg, um zu den Schulen an der Markgrafenstraße zu gelangen. Für die Radler ist es gefährlich, dass es keinen eigenen Weg für sie gibt. Vor allem weil die Straße nur zwischen vier und fünf Meter breit ist. "Da braucht man gar nicht von Sicherheit sprechen", konstatiert Herbert Danner (Grüne). Laut KVR ist ein Ausbau nicht möglich, weil die anliegenden Grundstücke nicht im Besitz der Stadt sind. Grüne und SPD-Fraktion fordern, dass man deshalb andere Wege finden müsse, um Radler zu schützen. Mit den Stadtratsbeschlüssen zur Förderung des Fahrradverkehrs und der Verkehrssicherheit seien die Grundsteine gelegt, um den Schrammingerweg endlich auch für diejenigen sicherer zu machen, die nicht in einem Auto sitzen. In der CSU-Fraktion dagegen konnte man sich mit den Initiativen nicht anfreunden. Die Geschwindigkeitsbeschränkung wurde zwar als sinnvoll erachtet, Fraktionssprecher Stephen Sikder machte aber deutlich: "Wir können eine Fahrradstraße nicht unterstützen." Letztlich wurden die zwei Zusatzanträge gegen zehn Stimmen angenommen. Ob zusätzlich zum Tempolimit noch eine Fahrradstraße kommt, liegt nun bei den zuständigen Referaten.

© SZ vom 12.08.2020

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