Trinkwasser Garmisch-Partenkirchen dreht Münchnern den Wasserhahn zu

Hohenbrunn, Neubiberg, Ottobrunn, Neuried und Unterhaching sowie Bergkirchen im Landkreis Dachau müssen - Stand jetzt - eine neue Wasserversorgung aufbauen.

(Foto: dpa)
  • Garmisch-Partenkirchen hat beschlossen, dass die Stadtwerke München einige Kommunen im Münchner Umland nicht mehr mit Wasser aus dem Loisachtal beliefern dürfen.
  • Das dortige Landratsamt beruft sich auf das Wasserhaushaltsgesetz, demzufolge die Wasserversorgung vorrangig aus ortsnahen Vorkommen zu decken ist.
  • Die betroffenen Gemeinden haben nun fünf Jahre Zeit nachzuweisen, dass sie keine eigene Wasserversorgung aufbauen können.

60 Millionen Liter Wasser pro Tag kommen aus dem Loisachtal nach München. Doch das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen dreht einigen Gemeinden spätestens von 2026 an den Hahn zu. Es hat beschlossen, dass die Stadtwerke München die Kommunen im Landkreis München nicht mehr mit Wasser aus dem Loisachtal beliefern dürfen.

Betroffen sind davon Hohenbrunn, Neubiberg, Ottobrunn, Neuried und Unterhaching sowie im Landkreis Dachau die Gemeinde Bergkirchen. Sie haben nun fünf Jahre Zeit, um nachzuweisen, dass es nicht möglich ist, eine eigene Wasserversorgung aufzubauen.

Können die Gemeinden theoretisch Wasser aus Nachbargemeinden beziehen oder eigene Brunnen bauen, bekommen sie von 2026 an kein Wasser aus dem Loisachtal mehr. Unterhaching und Neubiberg, die ihr Wasser ausschließlich von den Stadtwerken München erhalten, wollen es nicht so weit kommen lassen und klagen gegen den Bescheid. "Wir nehmen das Ganze nicht auf die leichte Schulter", sagt Simon Hötzl, der Referent des Bürgermeisters in Unterhaching.

Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen beruft sich in seiner Entscheidung auf das Wasserhaushaltsgesetz. Darin heißt es, dass die Wasserversorgung vorrangig aus ortsnahen Vorkommen zu decken sei. Zudem, so schreibt Stephan Scharf, der Sprecher des Landratsamts, greife die Wasserentnahme im Loisachtal in ein geschütztes Feuchtgebiet ein. "Angesichts der ökologischen Folgen ist ein strenger Maßstab anzulegen."

Insgesamt benötigen die Stadtwerke München 300 Millionen Liter Trinkwasser am Tag. Den größten Teil davon erhalten sie aus dem Mangfalltal. Etwa 20 Prozent kommt aus dem Loisachtal.

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