Trachtentrends:Pink oder Pailletten?

Das Geschäft mit dem Dirndl boomt - selten hatten Kunden so eine Auswahl wie heute. Doch was ist im Trend? Knallige oder gedeckte Farben? Schlichtes oder aufwändiges Kleid? Süddeutsche.de hat bei Designern in München nachgefragt.

Von Andrea Lindner

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Wiesn Oktoberfest 2013 Dirnl Trend

Quelle: Andrea Lindner

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Es ist Wiesn-Zeit - und überall in München verkauft man nun: Tracht. Das Dirndl ist längst Mainstream geworden und so gibt es immer neue Läden und Designer und immer ausgefallenere Kreationen. Da fällt es jedes Jahr schwerer, das passende Kleid zu finden. Bei Billig-Anbietern gibt es Dirndl bereits ab 19 Euro. Nach oben ist die Grenze offen. Besonders beliebt in diesem Jahr: rot mit grün - auch das Dirndl von Berzaghi & Freymann bei Lodenfrey ist wie viele andere in diesen Farben gehalten.

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Anderer Laden, gleiche Farbkombination: "Der Trend geht wieder mehr Richtung klassisches Dirndl. Unser absoluter Topseller ist dieses Kleid mit dem rot-grünen Farbschema. Die Bourbon-Farben sind nicht mehr so beliebt", erklärt Designerin Julia Trentini, die einen Laden im Glockenbachviertel hat. Und die richtige Länge? "Besonders im Trend sind dieses Jahr die knieumspielenden Modelle. Nicht zu kurz und billig - nicht zu lang und zu prüde", sagt ihre Verkäuferin. Bei Trentini gibt es klassische Dirndl ab 500 Euro.

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Zurück bei Lodenfrey - auch hier sind die Dirndl dieses Jahr ziemlich klassisch. "Die Tracht ist mehr an die Tradition angelehnt", sagt Gabriele Hammerschick, Chefin der Trachtenabteilung und Designerin des diesjährigen Wiesn-Dirndls. Das Kleid ist sehr schlicht und einfach - und kostet 369 Euro.

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Nicht ganz so klassisch sind die Stoffe: Neben Baumwolle werden dieses Jahr auch wieder Seide, aufwändige Spitzen und Stoffe, die bestickt und mit Pailletten verziert sind, verwendet. "Alles was glänzt, ist dieses Jahr in", erklärt Conny Seidel von Lodenfrey.

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Bei Angermaier heißt es: Stehkrägen sind das neue Must-Have der Saison. So wie bei diesem Brokat-Kleid. Womit gleich ein weiterer Trend abgedeckt wäre: "Das ist ja schon sehr Retro - aus dem edlen Brokat hatten die Omas früher ihre Kissen", sagt eine Verkäuferin.

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Auch Schürzen spielen dieses Jahr eine wichtige Rolle. Besonders beliebt ist bei vielen Designern in München: bestickt und transparent - wie diese Schürze von Julia Trentini. "Das Kleid ist sehr schlicht und klassisch, die Schürze verleiht ihm eine verspielte und edle Note", erklärt die Verkäuferin. Außerdem ist der Unterrock in diesem Jahr wieder da. Das lässt das Kleid schwingen. In vielen Läden gibt es voluminöse Petticoats.

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Dieses Kleid für 50 Euro ist ein absolutes Schnäppchen - dafür tragen es dann wahrscheinlich auch einige Besucherinnen der Wiesn. Auch bei den Billig-Trachtengeschäften wird auf Trends geachtet: "Die Dirndl gehen wieder hin zu traditionellen Schnitten und Farben. Karierte Dirndl gehen natürlich immer", erklärt die Verkäuferin vom Almenrausch im Tal. Knallige Farben sind hier sehr beliebt: Pink, blau, rot - und grün. "Die absoluten Top-Seller sind alle Kleider mit grün. Das darf auch richtig kräftig sein", sagt die Verkäuferin.

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Grün gibt es nicht nur in den Billig-Läden, auch Designer schätzen die Farbe, auch wenn sie eher auf spinat- oder mintgrün setzen. Fast überall gibt es: grün mit pink - so auch bei Anouk et Emile in der Münchner Innenstadt. Beliebt sind dort auch Nude-Töne: Bei diesem Kleid sind gold und silber in die Spitzen und Bordüren eingearbeitet.

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Und was trägt man unter dem Kleid? Weiße Blusen gehen immer, wer mutig genug ist, kauft sich eine Bluse in einer knalligen Farbe. Zum Beispiel eine grüne Bluse zu einem pinken Kleid. Erlaubt ist fast alles - nur "die schulterfreie Carmen-Bluse ist out", hört man immer wieder in den Dirndl-Geschäften, selbst bei Almenrausch.

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Bei dem afrikanisch-bayerischen Label Noh Nee in Schwabing spielen Trends kaum eine Rolle. Die Stoffe hier sind zeitlos. Dieses Kleid ist trotzdem in den Lieblingsfarben der Saison: pink und grün.

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Die beiden Schwestern Rahmée Wetterich und Marie Darouiche aus Kamerun setzten auf eine ganz besondere Verbindung: afrikanische Stoffe und bayerische Schnitte. Dazu bieten die Designerinnen die passenden Accessoires im gleichen Stoff.

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Mit einem klassischen, eher traditionellen Dirndl - wie diesem von Daniel Fender - trifft frau auf jeden Fall den Geschmack der Saison. Billig sind die Kleider von Fender allerdings nicht.

Wer kein Geld für ein neues Dirndl hat, kann auch sein altes aufpimpen. Zum Beispiel mit ausgefallenen Schuhen, einer besonderen Tasche oder einem Hut dazu. Oder wie wäre es mit einem Second-Hand-Dirndl? Trend hin oder her, das Wichtigste ist sowieso: Dass sich jeder wohl fühlt in seinem Kleid.

© süddeutsche.de/afis
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