bedeckt München 18°

Tod an der Isar:Fußgänger sticht Fahrradfahrer nieder

Fahrradfahrer in München

Der Radweg entlang der Isar bei Tageslicht. Die tödliche Auseinandersetzung ereignete sich am späten Abend auf Höhe des Europäischen Patentamtes. 

(Foto: lok)

Brutales Verbrechen mitten in München: Nach einer Spuck-Attacke will ein 31-jähriger Radfahrer seine Freundin schützen - und wird von einem Unbekannten mit einem Messer angegriffen. Bei der Auseinandersetzung wird der Mann so schwer verletzt, dass er kurze Zeit später im Krankenhaus stirbt. Der Täter ist auf der Flucht.

Ein 31 Jahre alter Fahrradfahrer ist am Dienstagabend mitten in München erstochen worden. Der Mann war gegen 22 Uhr mit seiner Verlobten auf der Erhardtstraße an der Isar unterwegs, als ihnen auf Höhe des Europäischen Patentamtes ein Fußgänger entgegenkam. Wie ein Sprecher der Polizei in München sagte, spuckte der Unbekannte der 28-Jährigen ohne jeden Anlass ins Gesicht. Als sie ihrem Freund davon erzählte, radelte der sofort zurück, um den Fremden zur Rede zu stellen.

Die junge Frau wartete in etwa 50 Metern Entfernung und beobachtete, dass es zwischen den beiden Männern zu einer Auseinandersetzung kam und der Fußgänger schließlich flüchtete. Ihr Freund brach zusammen und blieb blutüberströmt auf dem Boden liegen.

Der 31-Jährige wurde mit einem Rettungswagen ins Klinikum rechts der Isar gebracht, wo er kurze Zeit später an den Folgen seiner Verletzungen starb. Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks erlitt er einen Stich ins Herz; die Polizei wollte sich noch nicht zur genauen Todesursache äußern, sondern das Ergebnis der Obduktion abwarten.

"Es gibt bisher keinen erklärbaren Grund für die Tat", sagte Kriminaloberrat Markus Kraus. "Wir gehen davon aus, dass es keinerlei Vorbeziehung gab." Bei dem Pärchen handelt es sich um Italiener - Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund für die Tat gebe es aber nicht.

Der Täter ist weiter flüchtig - und bisher haben die Ermittler keine Hinweise auf seine Identität. "Wir wissen nur, dass er dunkle Haare hat, dunkel gekleidet war und etwa 1,75 Meter groß ist", sagte ein Polizeisprecher. Zudem gehen die Ermittler davon aus, dass der Mann etwa 35 Jahre alt ist, er hatte womöglich eine dunkle Umhängetasche bei sich.

Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die die Tat beobachtet haben und möglicherweise Erste Hilfe leisteten. Einige seien wohl davon ausgegangen, dass es sich um einen Radunfall handelte, heißt es bei der Polizei. Wer Informationen zu dem Vorfall hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 089/29100 zu melden.

© Süddeutsche.de/dpa/infu/tba
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema