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Taschendiebe:Die wahren Gefahren eines Metal-Konzerts

Die Musik der maskierten Gestalten auf der Bühne ist genauso wild wie das, was die Fans der Metal-Band Slipknot ("Henkerknoten") während der Konzerte veranstalten. Doch die wirkliche Gefahr verbirgt sich nicht in der Horror-Bühnenshow der 1995 gegründeten Band aus Iowa und auch nicht in der rüden Rempelei der enthusiastischen Konzertbesucher an sich. Riskant ist die "Moshing" genannte Schubserei weniger für die Gesundheit der beteiligten Metal-Fans als für ihre Finanzen. Das bewahrheitete sich am Sonntagabend beim Slipknot-Konzert in der Münchner Olympiahalle, als die "Maggots" (Maden) genannten Fans vor der Bühne herumtobten. Taschendiebfahnder konnten dort einen jungen Mann aus dem Verkehr ziehen, der es auf die Geldbeutel der Tanzenden abgesehen hatte.

Denn die erfahrenen Taschendiebfahnder der Münchner Polizei wissen mittlerweile: Wenn bei Metal-Konzerte das "Headbangig" (Kopfschütteln) und das Moshing losgeht - oder bei Punk-Konzerten der Pogo -, dann sind nicht nur die Hardcore-Fans der jeweiligen Band im Gewühl dabei, sonder auch Langfinger, die den Körperkontakt für ihre eigenen Absichten zu nutzen wissen. Am Montag bestätigte die Münchner Polizei, dass bei einschlägigen Konzerten im "Moshpit", in der Menschentraube der Tanzenden, regelmäßig nicht nur viele Tänzer und wenige Kriminelle, sondern auch erfahrene Beamte zu finden sind.

Sie beobachteten, wie ein 25-Jähriger am Sonntag gegen 21.30 Uhr in der Olympiahalle zugriff. Er zog einer 17-Jährigen beim Moshing den Geldbeutel aus der Tasche. Im nächsten Augenblick war das Konzert für den jungen Mann dann aber auch schon beendet. Die Münchner Taschendiebfahnder nahmen ihn fest und brachten ihn ins Polizeipräsidium. Immerhin: Haftzelle statt Slipknot ...

© SZ vom 11.02.2020 / bm
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