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SZ-Serie: Die Klassen von 2021:"Viel besser als der Distanzunterricht"

Schüler erzählen über ihr Abschlussjahr Maya Grombach.

Maya Grombach, Theresia-Gerhardinger-Mädchenrealschule.

(Foto: Catherina Hess)

Maya Grombach von der Theresia-Gerhardinger-Mädchenrealschule freut sich über die Rückkehr an die Schule.

Kolumne von Maya Grombach

Mir geht es zurzeit etwas zwiespältig. Seit zwei Wochen darf ich wieder in die Schule, darüber bin ich sehr froh. Es ist sogar so, dass die ganze Klasse gleichzeitig in der Schule ist, alle 24 Schülerinnen. Wir sind in zwei Gruppen aufgeteilt und sitzen in zwei Klassenzimmern. Manche Lehrer laufen dann zwischen den beiden Zimmern hin und her, andere bleiben in einem Klassenzimmer und schalten das andere digital dazu.

Wieder andere unterrichten die eine Hälfte der Klasse und geben der anderen in der Zeit Arbeitsaufträge. Damit kommt man einigermaßen zurecht. Und es ist viel besser als der Distanzunterricht. Man kommt wieder ein bisschen in dieses Gefühl von Schule hinein. Und man ist mit seinen Freundinnen in der Klasse. Das Soziale in der Schule, das hat uns in den letzten Monaten echt gefehlt.

In den ersten drei Tagen, als wir wieder da waren, haben wir nicht wirklich gelernt, es war nur reden, reden, reden. Es ist einfach ganz anders, wenn man sich tatsächlich sieht und nicht nur über den Computer. Jetzt bin ich zwar nur mit der halben Klasse zusammen, aber wir durften uns selber in Gruppen einteilen, und das ist cool, denn so bin ich mit meinen Freundinnen in einer Hälfte.

Wir fangen jetzt auch wieder an, Prüfungen zu schreiben, was natürlich nicht so toll ist, aber auf unsere Stegreifaufgaben fühle ich mich gut vorbereitet. Es gab genug Zeit zum Wiederholen und auch für Fragen. Und jetzt gab es die Halbjahreszeugnisse, mit denen man sich an weiterführenden Schulen bewerben kann. Wie die Stimmung ist, naja.

Es gibt viele, bei denen die Noten halt nicht so sind, wie sie sich die vorgestellt hatten, die sich aber nicht mehr verbessern konnten. Wir hatten ja nur zwei Wochen in der Schule, und in der ersten durften die Lehrer keine Prüfungen schreiben. Deshalb haben wir jetzt noch die Noten von vor den Weihnachtsferien. Für manche ist das Glück, weil sie gute Noten geschrieben hatten. Für andere ist das blöd.

Worüber wir in der Klasse gerade alle traurig sind, ist, dass es keine Abschlussfahrt geben wird. Letztes Jahr ist schon unsere Fahrt für eine Woche nach Berlin ausgefallen. Jetzt wollten wir nach Kroatien, wir hatten uns sogar schon einen Campingplatz ausgesucht, auf dem wir Bungalows mieten wollten. Eigentlich wäre die Fahrt schon im September gewesen, aber dann hieß es: Wir verschieben auf Januar oder Februar, wenn es bis dahin mit Corona besser wird, können wir fahren. Aber danach sieht es ja nicht aus. Wir waren echt lange zusammen in einer Klasse. Es wäre schön gewesen, gemeinsam einen schönen Abschluss zu haben.

Im Wechsel schreiben Schülerinnen und Schüler verschiedener Schultypen: Maya Grombach, Theresia-Gerhardinger-Mädchenrealschule; Bara Chayah, Mittelschule Toni-Pfülf-Straße; Niklas Krofta, Klenze-Gymnasium; Lilli Schickel und Yannick Andricek, FOS an der Barlachstraße.

© SZ vom 06.03.2021
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