Wörthsee:Investitionen auf Pump

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Wörthsee: Das Rathaus in Wörthsee: Im Haushalt 2022 sind auch Mittel für die Sanierung des Gebäudes vorgesehen.

Das Rathaus in Wörthsee: Im Haushalt 2022 sind auch Mittel für die Sanierung des Gebäudes vorgesehen.

(Foto: Nila Thiel)

Im Haushalt der Gemeinde bleibt Spielraum für zukunftsweisende Projekte - doch für die muss Wörthsee tief in die Tasche greifen.

Von Patrizia Steipe, Wörthsee

18,4 Millionen Euro - das ist die Summe des Verwaltungs- und Vermögenshaushalts der Gemeinde Wörthsee. Das mag nach viel klingen, doch was die Steuerkraft betrifft, so liegt Wörthsee lediglich auf Platz 11 von den 14 Kommunen im Landkreis Starnberg. Dank eines im Haushalt 2022 geplanten Kredits von 3,5 Millionen Euro wird die Gemeinde heuer trotzdem große Investitionen wie beispielsweise die Sanierung des Kirchenwirts und den Neubau von Wohnungen auf demselben Areal tätigen können. Die obligatorische Kreisumlage schlägt in den Finanzen der Gemeinde Wörthsee mit 3,6 Millionen Euro zu Buche. Ohne Gegenstimme segnete der Gemeinderat das Zahlenwerk von Kämmerer Thomas Dischner ab.

Das Projekt Kirchenwirt, für dessen Realisierung die Gemeinde 2017 extra die Gemeindewerke Wörthsee als kommunalen Eigenbetrieb installiert hat, muss Wörthsee aber nicht alleine stemmen. So wird es aus dem Wohnungsbauförderungsprogramm einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent für die 3,7 Millionen Euro der zuwendungsfähigen Kosten geben. In den folgenden Jahren werden dann Miet- und Pachteinnahmen in das Gemeindesäckel fließen und über das Städtebauförderungsprogramm wird die Gemeinde Zuschüsse für die Sanierung des Wirtshauses beantragen.

Im Gegensatz zu anderen Gemeinden profitiert Wörthsee am meisten von den Einnahmen aus der Einkommenssteuer. 4,7 Millionen Euro, das sind 40 Prozent aller Einnahmen, konnten über diesen Weg verbucht werden. Bei der Gewerbesteuer waren es 1,5 Millionen Euro. Davon kamen 1,1 Millionen Euro aus dem interkommunalen Gewerbepark Inning-Wörthsee, der mittlerweile seine Erwartungen erfüllt hat und sich als zuverlässige Einnahmequelle entpuppt.

Doch die Rücklagen der Gemeinde werden trotzdem wegschmelzen. Ende 2021 betrugen sie noch 2,3 Millionen, im Haushaltsjahr 2022 werden es hingegen lediglich 271 000 Euro sein. Dagegen werden in diesem Jahr die Schulden auf 6,4 Millionen Euro - inklusive des geplanten 3,5-Millionen-Euro-Kredits - steigen. 800 000 Euro wird die Gemeinde an Schulden tilgen müssen. Dazu kommen Zinsen in Höhe von 27 812 Euro.

Beim Vermögenshaushalt schlagen geplante Baumaßnahmen in Höhe von etwa 2,6 Millionen Euro am stärksten zu Buche, gefolgt von Grunderwerb in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Die Hebesätze betragen jeweils 320 Prozent (Grundsteuer A und B) sowie 330 Prozent bei der Gewerbesteuer und werden in diesem Jahr nicht angehoben. Unter dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist" könnte man die Zweitwohnungssteuer subsummieren, die seit 2005 erfreuliche 1,7 Millionen Euro in die Kasse gespült hat. Allein im vergangenen Jahr waren es 183 300 Euro.

Viele Vereine erhalten weiterhin Förderungen

Ins Geld geht 2022 die Entwässerung von Etterschlag-Ost (750 000 Euro), die Sanierung der Regenwasserkanäle (473 000 Euro) und die Baumaßnahmen an den Feuerwehrhäusern (261 000). Für sechsstellige Beträge werden darüber hinaus Straßen errichtet, zudem sollen mehrere Brücken sowie das Rathaus saniert werden. Die neue EDV für das Rathaus wird 100 000 Euro kosten, für 80 000 Euro gibt es neue Sirenen. Rund 390 000 Euro überweist die Gemeinde als Zuschüsse. Darunter fallen die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED, der Bau des Wasserwachtgebäudes, die Machbarkeitsstudie Fernwärme und Sanierungen am Katholischen Kindergarten.

Trotz angespannter finanzieller Lage wird der Gemeinderat weiterhin kulturelle und soziale Vereine und Einrichtungen unterstützen. 34 000 Euro gibt es für den Seniorenclub der Nachbarschaftshilfe, 22 000 Euro für die Betriebskosten des SC Wörthsee, 2500 Euro gehen an das Fünf-Seen-Festival, die Gilchinger Tafel bekommt 1000 Euro, der Verein Frauen helfen Frauen erhält 800 Euro.

Über Zuschüsse freuen sich unter anderem die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe, die Vogelschützer, der Obst- und Gartenbauverein, Pro Familia, Donum Vitae, das Wörthsee-Orchester, das Vokalensemble Fünfseenland, die Volkshochschule. Auch Musikschulen, das Ferienprogramm und Sportvereine werden bedacht. An die verschiedenen Zweckverbände überweist Wörthsee 167 000 Euro.

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