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Wirtschaft im Landkreis Starnberg:Mit dem Röntgenblick Fälschungen auf der Spur

Am Röntgengerät demonstrieren die Geschäftsführer Jens Hoefer (zweiter von rechts) und Thomas Otto (zweiter von links) dem Vorsitzenden des Starnberger Unternehmerverbandes, Michael Padberg, und der GWT-Projektleiterin Annette von Nordeck das Durchleuchten.

(Foto: Arlet Ulfers)

Ein Elektronik-Spezialist aus Wörthsee verspricht geprüfte Qualität und durchleuchtet dazu Chips und Bauteile.

Die Firma Factronix aus Wörthsee hat sich auf den Handel mit Systemen für Elektronikfertigung spezialisiert, ist Zulieferer und Dienstleister und durchleuchtet Chips und elektronische Bauteile, um Plagiate oder auch Waren aufzuspüren, die als neuwertig verkauft werden sollen, aber gebraucht oder fehlerhaft sind. Dieses "Lohnröntgen" sei kostengünstig, schnell und unkompliziert und ein besonderer Service für Unternehmen, erklären der Geschäftsführer Jens Hoefer und sein Technikchef Thomas Otto. Sie hatten das mittelständische Unternehmen vor 13 Jahren als Start-up in Alling gegründet und sind seit 2014 in Etterschlag ansässig. Mittlerweile sind sie auch Mitglied des Unternehmerverbandes Wirtschaftsförderung Landkreis Starnberg (UWS).

Die Firma, die Kunden in mehr als 20 Ländern beliefert und nach eigenen Angaben zuletzt einen Jahresumsatz von etwa 4,5 Millionen Euro erzielt hat, muss sich nun in der Corona-Krise behaupten. Dabei hätten der Unternehmerverband und auch die Starnberger Wirtschaftsfördergesellschaft (GWT) gleich am Anfang des Lockdowns im März sehr geholfen, berichtet Hoefer. Dabei sei es um Anträge für Kurzarbeitergeld, staatliche Hilfen und Ratschläge gegangen. Das habe ihn beeindruckt und motiviert, in den Verband einzutreten, erklärte Hoefer am Dienstag. Die Firma ist nun 121. Mitglied.

Die Auswirkungen der Corona-Krise bekommt auch seine Firma heftig zu spüren, die derzeit 14 Mitarbeiter beschäftigt. Die Geschäftsführung musste im April Angestellte in den Urlaub schicken. Die Aufträge seien um etwa 30 Prozent zurückgegangen und ebenso der Umsatz, rechnen die Factronix-Chefs vor. Sie seien aber zuversichtlich, dass sie mit einem blauen Auge davonkommen und noch einen Jahresumsatz von 3,9 Millionen Euro erzielen. Das Geschäft läuft, in einem Raum steht zum Beispiel eine verpackte Reinigungsanlage für gelötete Baugruppen im Wert von 100 000 Euro, die in Tschechien erworben wurde und nun in die Schweiz weiterverkauft wird. Solche Geschäfte machen der Vertriebsfirma Mut, die auch Wartungen sowie Schulungen in Universitäten anbietet, etwa für Bestückungsautomaten.

Die Firma Factronix durchleuchtet elektronische Baugruppen.

(Foto: Arlet Ulfers)

Zuversicht zu vermitteln, strategisch zu helfen und zwischen Wirtschaft und Politik zu vermitteln, sei gerade in den aktuellen schwierigen Zeiten eine wichtige Aufgabe des Unternehmerbandes, erklärte der Vorsitzender Michael Padberg beim Ortstermin am Dienstag. Er freut sich sehr, dass er den Elektronik-Systempartner und Dienstleister Factronix als weiteres Mitglied gewonnen hat. Die Firma könne von einem guten Netzwerk und neuen Gesprächspartnern profitieren, die sich gegenseitig inspirierten, betonte Padberg. Dabei könnten auch "strategische Wettbewerbsvorteile" geschaffen werden. Diese Chancen sollten genutzt werden, erläuterte die GWT-Projektleiterin Annette von Nordeck, die zur Verleihung der Mitgliedsurkunde nach Etterschlag gekommen ist. So könne man hiesige Betriebe gezielt am Standort unterstützen, erklärte von Nordeck.

© SZ vom 24.06.2020

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