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Wetterbilanz:Instabiler Sommer

Die warme Jahreszeit fällt nasser und kühler aus als in den Vorjahren

Von Armin Greune, Hohenpeißenberg

Reichlich Regen, zweimal Hochwasser und dennoch überdurchschnittliche Temperaturen und Sonnenstunden: Der Sommer 2020 hatte im Alpenvorland von allem mehr als üblich zu bieten. Den Daten des Observatoriums auf dem Hohen Peißenberg zufolge fielen alle drei Monate zu warm ist: der Juni lag um 0,9, der Juli um 2,0 und der August um 2,9 Grad über dem jeweiligen langjährigen Mittel. Mit einer Durchschnittstemperatur von 16,1 Grad wich der vergangene Sommer um zwei Grad von der Statistik ab. Er war dennoch kühler als in den Vorjahren und belegt in der Messreihe seit 1781 nur Rang 16 - sie wird von 2003 und den fünf letzten Sommern 2015 bis 2019 angeführt.

Grund dafür waren instabile Wetterlagen, die immer wieder ergiebige Niederschläge bis zum Unwetter mit sich brachten - etwa zur Schafskälte im Juni oder Anfang August, als in der Folge die Ammer kurzzeitig die Hochwassermeldestufe drei überschritt. Allen am 3. August wurden an der Bergwetterwarte des Deutschen Wetterdienstes 76 Liter pro Quadratmeter Regen registriert. Im gesamten August waren es 223 und damit 41 Prozent mehr, als die Statistik erwarten ließe. Der gesamte zurückliegende Sommer war um 36 Prozent nasser als im langjährigen Mittel - ganz anders also als in vielen anderen Regionen Deutschlands, die unter andauernder Dürre litten und leiden.

Immerhin konnte der August aber auch mit einer fast ununterbrochenen, dreiwöchigen Schönwetterperiode glänzen, bevor vom 29. an erneut kräftige Regenfälle einsetzten. So schien den Monat über an 231 Stunden die Sonne, damit lagen der August wie auch der gesamte Monat um zehn Prozent über dem Soll.

© SZ vom 11.09.2020

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