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Wanderung:Weltenbummler umrundet den Starnberger See

Der Reisebuchautor Thomas Bauer legt die etwa 50 Kilometer am Samstag zu Fuß zurück. Mit Kajak, Schlitten und Rad hat der Abenteurer aus Tutzing schon ganz andere Strecken bewältigt

Thomas Bauer aus Tutzing ist auf der ganzen Welt unterwegs. Auch auf dem höchsten Punkt eines Pilgerwegs in Japan posiert er fürs Erinnerungsfoto.

(Foto: Thomas Bauer)

Den Starnberger See an einem Tag zu Fuß zu umrunden, ist durchaus eine Herausforderung. Zwar ist Thomas Bauer nicht der Erste, der auf diese Idee kommt und mit seiner Wanderung will er auch keinen neuen Rekord aufstellen, und doch hat das Vorhaben des Reisebuchautors aus Tutzing etwas von Abenteuer. An diesem Samstag macht er sich auf den 50 Kilometer langen Weg.

Bauer hat schon ganz andere Strecken absolviert: 1500 Kilometer im Liegerad durch die Türkei zum Beispiel, 2500 Kilometer im Kajak auf der Donau oder mit dem Hundeschlitten durch Grönland. In Japan pilgerte er zu 88 Tempeln und in Italien auf den Spuren von Franz von Assisi von Florenz nach Rom. "Die tollsten Erfahrungen habe ich in Situationen gemacht, in denen ich eigentlich Hilfe brauchte", erzählt er. Wo immer das war, sei er mit offenen Armen empfangen worden. Wirklich lebensbedrohliche Situationen habe er aber nie erlebt. In Bolivien entkam er nur knapp drei Männern, die ihn in ein Auto zerren und wohl ausrauben wollten.

Seine Reiseberichte hat der 36-Jährige in bisher elf Büchern veröffentlicht. Am zwölften arbeitet er gerade. Es gehe ihm nicht darum, Grenzen auszutesten, sondern mit fremden Menschen und Kulturen in Kontakt zu kommen, erzählt Bauer. Seine neueste Reise führte ihn im Frühsommer vergangenen Jahres von der kanadischen Grenze am Mississippi entlang bis nach New Orleans. Nicht quer, sondern längs durch die USA in einem Velomobil mit Elektro-Antrieb. In den USA war damals gerade Wahlkampf, und Bauer war in den Staaten unterwegs, in denen den heutige US-Präsident Donald Trump besonders starken Rückhalt erhielt. "Natürlich interessierte mich auch, wie diese Menschen ticken." Sein neues Buch erscheint im kommenden Februar im Mille Mari Verlag in München.

"Ich bin seit 20 Jahren in der Welt unterwegs und dachte mir, nun könne ich ja auch mal vor der Haustür starten", sagt Bauer zu seiner Seeumrundung. Zwei größere Stopps plant er in den Seestub'n in Percha und beim Buchscharner Seewirt in Ambach ein. Beide Male wird es eine Mini-Lesung aus einem seiner Bücher und Musik geben. In Percha außerdem eine kurze Diashow.

Wie viele Mitstreiter sich ihm anschließen werden, könne er auch drei Tage vor dem Event nur schwer abschätzen, die Reaktionen in den sozialen Medien seien durchaus erfreulich erzählt Bauer. Vom Midgardhaus in Tutzing will er am Samstag starten. Wer hier auch abends wieder ankommt, darf sich zur Belohnung eines von Bauers Büchern auswählen. Dazwischen liegen 50 Kilometer im Uhrzeigersinn um den See. "Die meisten werden sicher Teilstrecken mitlaufen", schätzt Bauer. Gegen 10 Uhr wird er am Starnberger Bahnhof vorbei kommen. Am Ostufer könne jederzeit ein Schiff zurück nach Starnberg bestiegen werden, ab Seeshaupt fährt wieder der Zug. "Ich werde in jedem Fall ganz rundherum laufen", verspricht Bauer. Das letzte Mal hat er für die 50 Kilometer neun Stunden benötigt. Gesprächsstoff hat er mindestens für 100 Kilometer.

Die Strecke: 7.30 Uhr Tutzing, Midgardhaus; 10.30 Uhr Percha, Seestub'n; 15 Uhr Ambach, Buchscharner Seewirt; 19.15 Uhr Tutzing , Midgardhaus.