Verseuchungsgefahr Warum der Brunnen auf Gilchings Marktplatz nicht mehr sprudelt

Die Fontänen sind außer Betrieb und der Bachlauf auf dem Gilchinger Marktplatz ist trockengelegt, weil das Wasser womöglich verunreinigt war.

(Foto: Georgine Treybal)

Ein Gutachter hat "mikrobiologische Mängel" festgestellt. Die Sanierung wird teuer.

Von Christian Deussing

Wegen Verseuchungsgefahr ist die Brunnenanlage auf dem Gilchinger Marktplatz stillgelegt worden. Sie kann erst nach einer umfangreichen Sanierung wieder in Betrieb genommen werden. Das hat die Gemeinde angeordnet. Mit dem Thema befassen sich am kommenden Montag, 27. Mai, auch die Mitglieder im Bauausschuss, dessen Sitzung um 18 Uhr im Rathaus beginnt.

Viele Gilchinger wundern sich, dass sich selbst bei schönem Wetter die Fontänen und der schmale Bachlauf auf ihrem Marktplatz nicht in Betrieb befinden und damit trockengelegt sind. Die Wasserspiele sollen vor allem Kinder und Jugendliche erfreuen, die dort planschen, sich abspritzen oder durch den künstlichen Bach waten. Zudem schlabbern Hunde darin, um ihren Durst zu löschen. Doch inzwischen halten sich an der Brunnenanlage kaum noch Leute auf, weil die Verweiloase wie ausgetrocknet wirkt und kein attraktiver Treffpunkt mehr ist.

Die Gemeinde hatte die 14 Jahre alte Anlage, die sonst jährlich von April bis Oktober in Betrieb ist, von einem Fachbüro inspizieren und überprüfen lassen. Dabei wurden erhebliche Mängel entdeckt, so dass das Bauamt handeln musste. Ein Gutachter stellte fest, dass durch "mikrobielle oder viruelle Erreger" im Wasser Krankheiten übertragen und die Gesundheit der Menschen gefährdet werden könnten. Dies passiere zum Beispiel, wenn das Wasser die Haut berühre oder durch "orale Aufnahme" in den Mund gerate, wie das Planungsbüro für Energie- und Gebäudetechnik es in seinem Prüfbericht formuliert.

In der Bewertungsanalyse wird vor den "mikrobiologischen Gefährdungen" gewarnt. Den kritischen Bericht nimmt das Gilchinger Rathaus sehr ernst und will nun insgesamt rund 80 000 Euro in das Sanierungsprojekt investieren. Der Betrag soll im kommenden Haushaltsjahr berücksichtigt werden, schlägt die Verwaltung den Mitgliedern des Bauausschusses vor. Das Gremium soll sich außerdem mit den Lösungsvorschlägen des Gilchinger Planungsbüros befassen. Und noch eine Hürde gilt es bei dem Vorhaben zu nehmen: Denn nach der Sanierung muss die Gemeinde die Brunnenanlage wasserrechtlich genehmigen lassen.

Nun hoffen die Freunde der Fontänen und des Bachlaufs auf dem Gilchinger Marktplatz, dass die Anlage noch in diesem Sommer freigegeben wird, um wieder unbedenklich bei Wasserspielen und Fußerfrischungen nass werden zu dürfen.