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CSU:Ursula Männle wird Ehrenbürgerin von Tutzing

Tutzing: Ursula Männle

"Frauen werden nur was über die Leichen der Männer": Der Satz macht Ursula Männle bekannt, als sie 1979 im Bundestag für einen Verstorbenen nachrückt.

(Foto: Nila Thiel)

Die Gemeinde zeichnet die frühere Ministerin und Professorin aus. Ein Spruch über Männer hat sie in den 70ern bekannt gemacht.

Von Manuela Warkocz

Die Gemeinde Tutzing verleiht der früheren Staatsministerin und langjährigen CSU-Bundes- sowie Landtagsabgeordneten Ursula Männle die Ehrenbürgerwürde. Die 76-jährige Professorin, die schon lange in Tutzing lebt, erhält die Auszeichnung am 26. November coronabedingt in kleinem Kreis im Rathaus. Dabei werde sich die neue Ehrenbürgerin auch ins Goldene Buch Tutzings eintragen, kündigte Vizebürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU) am Dienstag im Hauptausschuss an.

Nach ihrem Studium der Politikwissenschaften, Soziologie und Neueren Geschichte startete sie ihre Karriere als wissenschaftliche Assistentin an der Akademie für politische Bildung in Tutzing. Seit 1964 gehört sie der CSU an, amtierte als stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Union und von 1981 bis 1991 als Landesvorsitzende der Frauen-Union. In der Politik Frauen eine Stimme zu geben, machte sie sich auch in den 13 Jahren zur Aufgabe, in denen sie Mitglied des Deutschen Bundestags war, etwa als frauenpolitische Sprecherin der Unionsfraktion.

Ihr erster Einzug in den Bonner Bundestag kam unvermutet 1979 als Nachrückerin für den verstorbenen CSU-Mann Heinrich Reichold. Was sie zum bekannt gewordenen Ausspruch veranlasste: "Die Frauen werden nur was über die Leichen der Männer." Durchaus auch ein Beispiel für Männles kernigen Humor.

Ministerpräsident Edmund Stoiber holte sie 1994 zurück nach Bayern und machte sie zur Bayerischen Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten. Den Posten hatte sie vier Jahre inne. Vom Jahr 2000 bis 2013 vertrat Ursula Männle dann als Landtagsabgeordnete den Stimmkreis Starnberg im Bayerischen Landtag. Dort setzte sie sich unter anderem als Vorsitzende der überparteilichen Arbeitsgruppe Frauen für Nachwuchspolitikerinnen ein.

Neben ihrer Laufbahn in der Politik lehrte sie von 1976 bis 2009 als Professorin an der Katholischen Stiftungsfachhochschule für Sozialwesen in Benediktbeuern. 2014 übernahm Männle als erste Frau von Hans Zehetmair den Vorsitz der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. Hier wurde sie 2018 für vier weitere Jahre im Amt bestätigt, gab jedoch im September 2019 ihren Rücktritt zum Jahresende 2019 bekannt. Ob bei Veranstaltungen in den Tutzinger Akademien, beim CSU-Neujahrsempfang oder anderen kommunalpolitischen Ereignissen im Landkreis - Ursula Männle zeigt gern Präsenz.

© SZ vom 19.11.2020

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