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Starnberger See:Münsing muss am Bürgerhaus sparen

Kosten für das Projekt könnten ansonsten wegen des aufwendigen Tiefbaus auf mehr als 15 Millionen Euro steigen

Nur ein Vorentwurf existiert bisher für das neue Bürgerhaus in Münsing - doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Projekt das weitaus teuerste der Kommune werden könnte. Mittlerweile sind mögliche Kosten von mehr als 15 Millionen Euro im Gespräch. Deswegen sucht die Verwaltung nun nach Lösungen, um die Ausgaben zu senken. Das betrifft beispielsweise die Decke im großen Veranstaltungssaal. Statt einer Stahl- soll es nun eine Holzkonstruktion geben, was Geld spart, aber den Raum niedriger macht. Dies hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung gebilligt.

Offen geblieben ist der Antrag von Ernst Grünwald (Wählergruppe Ammerland), die Kapazität des Veranstaltungssaals praktisch zu halbieren. Aus Sicht des Dritten Bürgermeisters sollte der Raum nur noch für maximal 200 Personen geplant werden. Darüber wie auch über die Variante, zur Kosteneinsparung das Gebäude um eine Achse zu kürzen, soll erst in der kommenden Gemeinderatssitzung abgestimmt werden. Die Verwaltung will bis dahin klären, wie viel Fördermittel für das Projekt zu erwarten sind. "Erst danach ist es möglich, die durch den Neubau entstehende tatsächliche Belastung für den gemeindlichen Haushalt zu ermitteln", heißt es in der Sitzungsvorlage.

Die aufwendigen Tiefbauarbeiten und die Kostensteigerungen im Baugewerbe machen den Bau des Bürgerhauses so teuer. Besonders kostenträchtig würde es, wenn die Baugrube mit senkrechten Pfählen im Untergrund gesichert werden müsste. Deshalb prüft die Verwaltung, stattdessen auf Rückverankerungen im östlichen Nachbargrundstück zu setzen. Das würde laut dem technischen Bauamtsleiter Josef Limm 200 000 Euro einsparen. Dafür muss die Kommune allerdings mit der Kirche als Eigentümerin des Nachbargrundstücks verhandeln. Bislang war eine Stahltragekonstruktion im Veranstaltungssaal geplant, um möglichst viel Raumhöhe zu gewinnen. Durch die Alternative mit Holz wird die Decke um einen halben Meter niedriger werden. Statt 4,70 wird der Raum nur noch 4,20 Meter hoch. Das reduziert Limm zufolge die Baukosten um ebenfalls 200 000 Euro.

An der vollkommen im Boden versenkbaren Bühne hat der Gemeinderat dagegen festgehalten. Mit dieser Konstruktion gewinne man mehr Flexibilität, sagte der technische Bauamtsleiter Limm. Der Saal könne als einzige ebene Fläche ohne Bühne genutzt werden. Gemeinderat Thomas Schurz (CSU) hätte auf eine versenkbare Bühne gerne verzichtet. Statt dafür 175 000 Euro brutto auszugeben, schlug er vor, mobile Bühnenelemente zu kaufen. Die könnten für Veranstaltungen ab- und aufgebaut werden. Für eine feste Bühne warb Tobias Eckart (FW). "Die Technik kann auch einmal nicht funktionieren", sagte er. Gegen mobile Bühnenelemente war Christine Mair (Wählergruppe Münsing). Dafür seien Lagerräume nötig, sagte sie. "Es gibt viele Veranstaltungen, wo man keine Bühne braucht."

Ohne Diskussion entschied der Gemeinderat, auf eine bepflanzte grüne Wand im Foyer des Bürgerhauses zu verzichten. Ebenso soll die Gestaltung der Außenanlagen überprüft werden, um Geld zu sparen. Auf Natursteinbelag will die Kommune etwa bei untergeordneten Flächen verzichten. Umweltreferentin Mair überzeugte das Gremium jedoch, am Gründach auf dem Nebengebäude festzuhalten. "Das ist wirklich kein großer Kostenfaktor", argumentierte sie.

© SZ vom 27.02.2020
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