Starnberg:"Ich hatte eine unglaublich gute Zeit"

Starnberg: Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik (links) und Geschäftsleiter Ludwig Beck verabschieden Christine Jägerhuber nach 48 Jahren in den Ruhestand.

Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik (links) und Geschäftsleiter Ludwig Beck verabschieden Christine Jägerhuber nach 48 Jahren in den Ruhestand.

(Foto: Stadt Starnberg)

Nach mehr als 48 Jahren Berufsleben im Rathaus der Stadt verabschiedet sich Christine Jägerhuber, die "gute Seele des Einwohnermeldeamts", in den Ruhestand.

Von Peter Haacke, Starnberg

Die "gute Seele" des Einwohnermeldeamtes geht in Ruhestand: Nach mehr als 48 Jahren Berufsleben im Rathaus der Stadt Starnberg hat sich Christine Jägerhuber in der Vorwoche verabschiedet. Sie ist vielen Starnbergerinnen und Starnbergern insbesondere dafür bekannt, dass sie für Anliegen der Bürger stets ein offenes Ohr hatte. "Ich hatte eine unglaublich gute Zeit", sagt die Pensionärin rückblickend, "und ich habe unglaublich viel zurückbekommen".

Menschen wie Jägerhuber sind eher selten geworden in dieser schnelllebigen Zeit: Zuverlässig, kompetent und freundlich. Und wenn es doch einmal schwieriger wurde, etwa mit anspruchsvoller Kundschaft, zog sie einen Trumpf, der jedes Mal wieder stach: Entwaffnende Freundlichkeit. Und einige ihrer Kunden schickten sogar Grußkarten aus aller Welt, wenn sie in allerletzter Minute dank Jägerhuber ihre Reisepapiere doch noch komplett beisammen hatten.

Christine Jägerhuber startete ihre berufliche Karriere als junge Frau am 1. September 1975 bei der Stadt Starnberg mit einer Ausbildung zur Beamtenanwärterin. 1978 trat sie ihre erste Stelle in der Abteilung "Löhne und Gehälter" an. Seit 1981 war ihr Reich dann das Einwohnermeldeamt: Neben dem Ausstellen von Ausweisen und Ummeldungen war ihre Mithilfe auch bei verschiedenen Urnengängen gefragt. Ob es nun um den Europarats-, Bundestags-, Landtags- oder Kommunal- und Bürgermeisterwahlen ging: Stets war Jägerhuber dabei - und oft genug wurde klaglos bis in die frühen Morgenstunden gezählt.

Dabei war der gebürtigen Unterzeismeringerin (Anm. der Red.: Ortsteil von Tutzing) der Kontakt zu den Menschen bei ihrer Arbeit immer das Wichtigste: "Es war mir ein Herzensanliegen", sagt sie, "dass ich den Leuten helfen konnte." Wenn etwa jemand nicht mit dem behördlichen Kassenautomaten zurecht kam, stand Jägerhuber daneben und assistierte. Dabei war ihre Leistung nicht auf die normalen Dienstzeiten beschränkt: Selbst abends, am Wochenende oder wenn sich die Polizei mit einem besonderen Anliegen meldete, war Jägerhuber zur Stelle. Vier Bürgermeister erlebte sie, auch Patrick Janik, Starnbergs amtierender Chef im Rathaus, wusste ihre Dienste zu schätzen: "Christine Jägerhuber war immer für alle da. Ihre oberste Priorität war es, die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger schnellstmöglich zu erledigen", ließ Janik wissen. Nach fast 50 Jahren im Rathaus sei sie als fester Bestandteil des Einwohnermeldeamtes für viele nur schwer wegzudenken. "Ich spreche Frau Jägerhuber meinen Dank für ihre großartige geleistete Arbeit aus", betonte Janik, "und wünsche ihr für ihren Ruhestand alles erdenklich Gute".

Die 66-Jährige, die ihren Dienst stets mit Freude verrichtete, startet nun in einen neuen Lebensabschnitt. Gleichwohl hat für sie der direkte Kontakt mit Menschen weiterhin großen Stellenwert: An zwei Tagen die Woche arbeitet sie ehrenamtlich bei der Caritas in Tutzing, ansonsten will sie sich verstärkt um die Familie kümmern. Ihr amtlicher Blick zurück auf eine erfüllte Zeit fällt positiv aus: "Ich war immer freundlich", sagt sie, "und die Leute haben's mir gedankt. Es lief alles gut".

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