Starnberg Eine Strandbar für den Bürgerpark

Pächter Frank Kunzlmann will am Ufer des Starnberger Sees 112 Sitzplätze für Spaziergänger und Radfahrer anbieten. Kulinarisch soll es mehr als Würstel und Pommes geben.

Von David Costanzo

Eine lauschiges Lokal mit ein paar Tischen und eine Terrasse, vielleicht aus Holzdielen, an einem Platz, der zu den schönsten am Starnberger See werden kann - mit einem Aperol oder Weißbier in der Hand und einem Blick auf Wasser, Schiffe und Berge. So stellt sich Gastronom Frank Kunzlmann seine kleine Strandbar im Bürgerpark am Nepomukweg vor. "Das wird eine superschicke Sundowner-Bar", schwärmt er, "wo die Sonne abends hin scheint und es auch etwas Gutes zu essen gibt - nicht nur Wiener und Pommes."

So sieht der erste Entwurf der Strandbar im Bürgerpark am Nepomukweg aus. Ob die Bar schon im kommenden Jahr gebaut und eröffnet werden kann, steht noch nicht fest.

(Foto: Lampadius Schmidt Architekten)

Welchen Namen die Bar haben wird, ob sie das ganze Jahr oder nur in den Sommermonaten geöffnet haben wird, wann sie überhaupt eröffnet wird, kann er noch gar nicht sagen. Kunzlmann wird sich nun erst einmal hinsetzen und "alles aufrollen", wie er sagt - mit Architekten, mit Partnern und vor allem seiner Frau und seinem Sohn, denn als Gastronomen-Familie haben sie den Zuschlag für das Lokal bekommen. Gut möglich auch, dass es eine Verbindung zum Restaurant "Strandhouse" am neuen und nahen Seebad geben wird, das Frank Kunzlmann mit einem Partner betreibt. Die Kosten für den Bau wird der Gastronom selbst übernehmen, das ist im Pachtvertrag so geregelt.

Gastronom Frank Kunzlmann plant mit 32 Plätzen im Lokal und 80 Plätzen auf der Terrasse mit Blick auf den Starnberger See und die Berge.

(Foto: Georgine Treybal)

Viel mehr kann Kunzlmann noch gar nicht sagen, denn die Nachricht ist noch viel zu frisch: Der Bauausschuss des Starnberger Stadtrats hat am Donnerstagabend nach drei Jahren hin und her mit knapper Mehrheit den Bebauungsplan für die Strandbar genehmigt - wie geplant mit nur einem Parkplatz für Lieferungen. Nach Kritik von Anwohnern, Landratsamt und Seenschifffahrt ist das Lokal mit 80 Quadratmetern jedoch verkleinert worden. Von 124 geplanten Plätzen auf der Terrasse bleiben 80. Statt 37 Plätze im Lokal sind es nun 32. Zuletzt hatte eine Nachbarin bei der Bürgerversammlung vor zwei Wochen in der Schlossberghalle gefordert, das Lokal zu verkleinern und dafür eine Mehrheit bekommen. Sie wolle an diesem schönen Ort nicht auch noch "mit Musik und Gastronomie belästigt" werden.

Frank Kunzlmann in seinem „Strandhouse“.

(Foto: Arlet Ulfers)

Im Bauausschuss unternahm Patrick Janik (UWG) den Versuch, den Bebauungsplan kurz vor der Vollendung zu stoppen und noch einmal mit der Planung zu beginnen. Es sei stets nur von einem "Kiosk" die Rede gewesen. Das sei laut Definition eine kleine Verkaufstelle und nicht etwa ein Café mit Biergarten. Darum forderte er eine drastische Reduzierung. Gerd Weger (CSU) fürchtete zu viel Lärm, selbst wenn wie gefordert im Freien um 22 Uhr Schluss sein müsse. Angelika Kammerl (Parteifreie) sagte angesichts der Parkplatzsituation, eine Genehmigung sei nicht zu verantworten, zumal das Parkdeck am Seebad nicht vor 2020 gebaut werde.

Die Kritiker blieben jedoch in der Minderheit. Das Gremium beschloss den Bebauungsplan mit sieben zu fünf Stimmen. Ludwig Jägerhuber (CSU) sagte, die Spaziergänger dürsteten nach so einem Aufenthalt im Bürgerpark, es gehe nur um 20 Tische. Stadtbaumeister Stephan Weinl argumentierte, die Anlage sei für Fußgänger und Radfahrer konzipiert. Und auch Gastronom Kunzlmann versteht die Kritik nicht: Der Vergleich mit dem Parkchaos am Undosa sei nicht angebracht, schließlich gebe es am Bürgerpark ein absolutes Halteverbot. Er plane den neuen Treffpunkt am See für Spaziergänger.