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Starnberg:Neue Haltestelle, neuer Busparkplatz

Starnberg Bahnhof Nord, Bushaltestelle

Der Starnberger Bahnhof Nord ist eine Art Drehkreuz für die Buslinien im Landkreis.

(Foto: Georgine Treybal; .)

Die Stadträte beraten Verbesserungen für den Nahverkehr, doch nicht alle Idee finden Zuspruch im Landratsamt. Eine Linie mit Anbindung an die Münchner U-Bahn - und im Sommer an die Badegebiete in Percha - ist erst einmal vom Tisch.

Von Peter Haacke

Landratsamt und Kommunen beraten jedes Jahr in einer Fahrplankonferenz Anregungen, Beschwerden und Änderungswünsche zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) - etwa die Änderung von Takten oder neue Bushaltestellen. Im Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität fanden jedoch nicht alle Entscheidungen für Starnberg die Zustimmung der Stadträte.

Neue Haltestelle in der Petersbrunner Straße: Mit Durchstich von der B2 zur Petersbrunner Straße könnte es für die Regionalbuslinien des Ostufers 904, 961 und 975 eine neue Linienführung geben. Zudem startet im Dezember der neue Expressbus X970 auf der Strecke des 975. Im Fokus steht nun die Frage, ob die Regionalbuslinien weiter über die Moosstraße führen oder durch eine Verlegung in die Petersbrunner Straße eine Entzerrung der Fahrpläne erreicht werden kann. Geplant ist, die Haltestelle "Petersbrunner Straße" in Richtung Percha im Testbetrieb sechs Monate lang als Ersatzhaltestelle einzurichten, sobald der X970 den Betrieb aufgenommen hat: Das könnte knapp zwei Minuten sparen. Die 904 soll weiterhin über die Moosstraße fahren.

Anbindung an die U-Bahn: Eine Busverbindung zwischen Starnberg, Schorn und dem Münchner Süden gilt als mögliche Entwicklungsachse. Eine Anbindung an die U-Bahn - hier käme lediglich Großhadern in Frage, weil in Fürstenried kein Platz ist - wäre jedoch nur mit Ausbau des geplanten Gewerbegebiets in Schorn möglich. Ohne Erweiterung schätzt das Landratsamt das Potenzial dieser Linie als sehr gering ein. Auch eine Anbindung Perchas im Sommer mit Anschluss der Badegebiete brächte laut Landratsamt nicht die gewünschten Effekte.

Kleinere Busse: Der Stadtrat meint, dass auf bestimmten Linien auch Kleinbusse fahren sollten. Der Einsatz von sogenannten Midi-Bussen mit einer Länge von acht bis zehn Metern ist im Schülerverkehr jedoch nicht möglich, hier müssen weiterhin Standard-Linienbusse mit zwölf Metern eingesetzt werden. Sollte Starnberg dennoch den Einsatz von kleineren Bussen beantragen, wären dadurch anfallende Mehrkosten von der Stadt zu tragen.

Fahrräder mitnehmen: Die Mitnahme von Fahrrädern im Linienbus bleibt eine Ausnahme. Auf der Linie 958 von Tutzing nach Andechs - eine Verbindung, die hauptsächlich den Freizeitverkehr abdeckt - wurde ein Fahrradanhänger angebracht. Das Einhängen eines Radls ist jedoch ausschließlich an den Endhaltestellen möglich. Hierfür sind jeweils fünf Minuten einzukalkulieren, was in den Fahrplänen der Busse innerhalb Starnbergs daher kaum darstellbar wäre. Bestenfalls für Linien mit Ausflugszielen käme laut Landratsamt ein Fahrradanhänger in Frage - etwa die Linie 964 von Wieling über Pöcking, Possenhofen bis Starnberg Nord, die das Steininger Badegrundstück anbindet. Entschieden hat der Ausschuss darüber jedoch nicht.

Schulbusse für Söcking und Percha: Vom kommenden Schuljahr an fahren die Kinder der Grundschulen Söcking und Percha wieder mit dem Schulbus. Der Regionalbusverkehr - betroffen sind die Linien 903, 904 und 951 - könnte sich daher einige Fahrten ersparen - welche, wird geprüft. Die Linien 951 und 903 werden in zwei Jahren neu ausgeschrieben.

Abstellplatz für Linienbusse: Die Fahrzeuge zweier Verkehrsunternehmen wurden bisher auf dem Parkplatz des Supermarktes am Bahnhof Nord abgestellt. Das Gelände befindet sich jedoch in Privateigentum. Nachdem die Busunternehmen durch einen Überwachungsdienst mehrfach verwarnt wurden und sich Beschwerden der Anlieger häuften, forderte der Eigentümer Anfang Mai, dass die Busse dort nicht mehr abgestellt werden dürfen. Die Fahrzeuge parkten vorübergehend am Hans-Zellner-Weg, doch auch hier gibt es wegen Lärms Probleme mit Anwohnern. Die Verwaltung fand kurzfristig nur eine Zwischenlösung: Alle zwölf Fahrzeuge können noch bis 31. Juli auf dem Schulbusparkplatz der Munich International School in Buchhof abgestellt werden. Eine dauerhafte Lösung wird gesucht. Ein Gutachten soll zudem klären, inwieweit Lärmschutzwerte am Hans-Zellner-Weg tatsächlich überschritten werden.

Durchfahrt in Leutstetten: Anfang des Jahres wurde ein beidseitiges Halteverbot in der bis dahin oft zugeparkten Wangener Straße eingerichtet, um eine ungehinderte Durchfahrt der Linie 904 zu gewährleisten. Die Busunternehmen haben das Haltverbot befürwortet, die Regelung soll bestehen bleiben.

Haltestelle am Betriebshof: Zur Verbesserung der Anbindung des Ortsteils Hanfeld soll eine neue Haltestelle auf Höhe des Betriebshofs für die Linien 901 vom Bahnhof Nord nach Hanfeld und 955 nach Weßling entstehen. Grund: Überörtlich ist Hanfeld derzeit nur von den entfernt liegenden Haltestellen "Taubenhüll" und "Egerer Straße" angebunden; die beiden Haltestellen im Ortsteil werden nur von der Stadtbuslinie 901 angefahren. Weil der Bau einer Haltebucht jedoch zu teuer wird, empfiehlt die Verwaltung, die Idee in zwei Jahren erneut zu prüfen.

© SZ vom 17.07.2021
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