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Feuer in Starnberger Brunnangerhalle:Handtuchspender in Sporthalle angezündet

Die Kripo kann die Brandursache in der Herrentoilette klären und befragt weiter Zeugen. Die Gaststätte "Zeitlos" und das Tanzstudio bleiben gesperrt.

Die Ursache des Brandes in der Brunnangerhalle in Starnberg ist geklärt: Unbekannte Täter haben am Montagmittag den Handtuchspender in der öffentlichen Herrentoilette neben der Gaststätte "Zeitlos" angezündet. Das berichtet die Kripo Fürstenfeldbruck. Einen technischen Defekt schließen die Ermittler aus. Wegen des giftigen Rauchs, der sich im gesamten Gebäudekomplex ausbreitete, sind Sporthalle, das Tanzstudio und TSV-Lokal weiterhin gesperrt und dürfen erst frühestens am Donnerstag wieder betreten werden, teilt das Starnberger Rathaus mit. Bis dahin muss auch der Schul- und Vereinssport in der Halle ausfallen.

Dass sich der Rauch auch in der tiefergelegten Halle und im gesamten Gebäude so stark verbreitete, hält der Einsatzleiter von der Starnberger Feuerwehr, Maximilian Maenner, für bedenklich. Dies sei "auffällig und nicht tragbar", diesem Mangel im Brandschutz müsse nachgegangen werden, mahnt der Vize-Kommandant. Bei dem Brand habe sich auch durch das Lüftungssystem der Qualm schnell im einstöckigen und verwinkeltem Gebäudekomplex ausbreiten können. Das sei "sehr unglücklich gewesen", so Maenner.

Mit Absperrbändern haben die Einsatzkräfte die Eingänge von Brunnangerhalle und Gaststätte "Zeitlos" in der Starnberger Innenstadt versehen.

(Foto: Arlet Ulfers)

Auch den Wirt Florian Lang trifft es hart: Er muss mit seinen 15 Mitarbeitern eine Zwangspause einlegen und ständig Besucher vertrösten. Zum Beispiel Stammgast Lothar Armbrecht und drei Männer, die am Dienstag vor dem verschlossenen Eingang stehen und sich über das polizeiliche Flatterband wundern. "Das ist ja blöd", ärgern sie sich. Auch eine Lehrerin mit fünf Förderschülern ist überrascht und muss ebenso umplanen wie eine Starnbergerin, die mit einer Freundin verabredet ist. Eine Rentnerin ist empört und fragt sich, "wer so etwas bloß macht und ob man schon mehr weiß?"

Der 27-jährige Gastronom bedauert die Situation und befürchtet, mindestens zehn Prozent an Umsatzeinbußen hinnehmen zu müssen. Das zerrt an den Nerven und auch, dass es noch keine Spur vom Brandstifter gibt. Von seinen Gästen sei es bestimmt keiner gewesen, glaubt Lang. Sein Eingang zum Lokal ist wegen der Einbruchsgefahr videoüberwacht, nicht aber der Bereich vor der öffentlichen WC-Anlage, in der das Feuer am Montag laut Polizei um 11.55 Uhr ausgebrochen war. "Jetzt müssten der TSV Starnberg und die Stadt vielleicht doch mal überlegen, ob auch im Treppenhaus vor der Toilette eine Kamera installiert werden sollte", sagt der Pächter.

Wirt Florian Lang fürchtet Umsatzeinbußen von mindestens zehn Prozent.

(Foto: Arlet Ulfers)

Neben ihm steht Andreas Gruber, der seit 30 Jahren in der Brunnangerhalle als Hausmeister tätig ist, und stimmt ihm zu. Brandstiftung hat der Mann in dem Gebäude noch nie erlebt. "Das sollte nicht noch einmal passieren", sagen Gruber und der Wirt. Das betont auch Benedikt Pohlus, Vorstandsmitglied beim TSV Starnberg, der das Gebäude nutzt und das Lokal "Zeitlos" als Vereinslokal verpachtet. Pohlus hält den Vorschlag, vor der Toilette im Erdgeschoss eine Überwachungskamera zu installieren, für durchaus sinnvoll. "Das könnte abschreckend wirken oder helfen, Täter zu ermitteln", sagt Paulus. Einen solcher Plan müsse man mit der Stadt Starnberg besprechen, wobei auch die Kostenfrage zu klären sei, sagt er. Seit Montag mussten nach dem Brand viele Trainingsstunden des Vereins ausfallen - unter anderem im Geräteturnen, Volleyball, Badminton, Tischtennis sowie Fitness- und Tanzkurse. Doch die Gesundheit und das Wohl der Sportler gehe vor und sei wichtig, betont Pohlus.

Bei der Spurensicherung wurden am Dienstag auch in einer WC-Kabine angekokelte Klorollen entdeckt, die aber nicht abbrannten. Die Fahnder der Kripo gehen bislang davon aus, dass nur gezündelt wurde. Doch es handele sich um eine vorsätzliche Brandstiftung, bei der eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr drohe, erklärt dazu Kripochef Manfred Frei. Die Ermittlungen zu dem Fall dauerten an, man werde in dieser Sache auch Schüler und Lehrer vernehmen, die sich am Montagmittag in der Brunnangerhalle aufgehalten haben. Zudem war das Lokal recht gut besucht gewesen, hieß es.

Am Montag und Dienstag dürfen weder Sportler noch Gäste das Gebäude wegen giftiger Dämpfe betreten.

(Foto: Arlet Ulfers)

Wer zum Tatzeitpunkt kurz vor 12 Uhr in dem Gebäude verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 08141/6120 bei der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck zu melden.

Starnberg Brunnangerhalle nach Brand gesperrt - Kripo ermittelt

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