Mehlschwalben:Naturschützer sehen Brut gefährdet

Naturschützern zufolge ist die Brut einer Mehlschwalbenkolonie in Hechendorf massiv gestört worden. Es handle sich dabei um einen Verstoß gegen Paragraf 19 des Naturschutzgesetzes, teilt die Ortsgruppe Starnberg im Bund Naturschutz (BN) mit. Die Fachbehörde in Starnberg müsste in diesem Fall einschreiten, was bisher aber nicht geschehen sei. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands sei die Mehlschwalbe in der Kategorie 3 als gefährdet eingestuft. Wie der Verband weiter mitteilt, brüteten Mehlschwalben seit knapp 100 Jahren an einem früher landwirtschaftlich genutzten Gebäude in dem Seefelder Ortsteil. 2021 seien 42 Nester in luftiger Höhe gezählt worden. Nachdem die Wand des Gebäudes unterhalb der Nester neu gestrichen war, sei als Schutz vor Vogelkot ein sogenanntes Kotbrett angebracht worden. "Das ist allerdings völlig unfachmännisch so knapp erfolgt, dass die Schwalben ihre Nester nicht mehr richtig anfliegen können", so die Naturschützer. Das Brett diene deshalb der Vergrämung der bisher dort brütenden Mehlschwalben, was einen "katastrophalen Schaden" bedeutete. Die Untere Naturschutzbehörde sei zwar bereits Mitte März über die unsachgemäße Anbringung des Bretts informiert worden, habe aber - abgesehen von der Beschleunigung des Gerüstabbaus - nichts unternommen. Der BN fordert nun eine Versetzung der Planke.

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