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Petition:Eine Realschule für Gilching

Gilching: Initiative für eine Realschule

Sie wollen, dass Realschüler künftig freie Räume im Gilchinger Gymnasium nutzen können (von links): Christian Winklmeier, Selina Rieger und Nico Koch.

(Foto: Nila Thiel)

303 Schüler aus Gilching pendeln aktuell in die Realschule nach Herrsching, die aus allen Nähten platzt. Deshalb schlagen die Initiatoren einer Online-Petition vor, leer stehende Räume des Gilchinger Gymnasiums als Realschule zu nutzen. 180 Unterstützer haben bereits unterschrieben.

Von Christian Deussing

303 junge Gilchinger besuchen die Realschule in Herrsching. Damit sie künftig nicht mehr pendeln müssen, sollen sie leer stehende Räume im örtlichen Christoph-Probst-Gymnasium (CPG) nutzen. Damit würde die Herrschinger Realschule Platz gewinnen, die mit mehr als 1000 Schülern an der Kapazitätsgrenze angelangt sei. Darauf verweist eine Online- Petition, die jetzt in Gilching gestartet ist. Die Forderungen haben innerhalb weniger Tage schon 180 Unterstützer gefunden. Die Initiatoren sind der SPD-Ortsvorsitzende Christian Winklmeier und Mitglieder des Jugendbeirates.

Sie betonen, dass in etwa drei Jahren mit dem neuen Herrschinger Gymnasium das CPG noch mehr Schüler verlieren dürfte, das seit seiner Erweiterung vor elf Jahren noch für maximal etwa 1600 Schüler ausgelegt worden sei. Derzeit würden allerdings nur noch 1331 Jugendliche dieses Gymnasium aus verschiedenen Gemeinden besuchen - vor neun Jahren seien es noch 1521 Schüler gewesen. Die Initiatoren gehen davon aus, dass nach Eröffnung des neuen Gymnasiums in Herrsching der Aderlass drastisch zunehme. Denn allein aus dieser Gemeinde würden 228 Schüler derzeit das CPG besuchen, aus Seefeld 142 sowie aus Inning 108 und Andechs 20 Schüler. Die Jugendlichen aus diesen Gemeinden dürften später auf das viel nähere Gymnasium nach Herrsching gehen, glaubt Winklmeier und folgert: "Dann besuchen sicher nur noch 900 bis 1000 Jugendliche das Gilchinger Gymnasium."

Diese Chance müsse für die "sinnvolle Alternative" genutzt werden, eine Zweigstelle der Realschule Herrsching in Gilching zu eröffnen, wenn demnächst dort ein Gymnasium halb leer stehen könnte, heißt es in der Petition. Diese richtet sich an den Freistaat, den künftigen Landrat und den Kreistag sowie an den Gilchinger Gemeinderat und den Schulzweckverband im westlichen Landkreis, auf dessen Schülerzahlen sich die Initiatoren berufen.

Sie wollen bis Juni mindestes 500 Unterschriften sammeln und sie dann den Adressaten übergeben. "Wir sind sehr zuversichtlich, diese Zahl zu erreichen", sagt Winklmeier. Die Nachfrage nach einer örtlichen Realschule in der stark wachsenden Gemeinde sei groß und werde genauso häufig gewünscht wie ein Schwimmbad. Zudem merkten immer mehr Eltern, dass das Gymnasium längst nicht mehr der einzige Weg zum Abitur sei, sagen auch die Mitinitiatoren Nico Koch und Selina Rieger. Sie besucht die zwölfte Klasse des Gilchinger Gymnasiums und würde es begrüßen, wenn auf ihrem Campus auch Realschüler unterrichtet würden. Die Gemeinsamkeit fördere Freundschaften auch zwischen Jugendlichen verschiedener Schularten, ist die 17-Jährige überzeugt.

Von der Petition wusste der Starnberger Landrat Karl Roth (CSU) am Dienstag noch nichts. Er wollte sich daher zu diesem Vorschlag, eine Dependance der Herrschinger Realschule ins Gymnasium Gilching einziehen zu lassen, noch nicht äußern.

© SZ vom 18.12.2019

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