Naturschutz Kahlschlag bei Seeshaupt

Wochenlang ist über die geplante Fällung gestritten worden, nun ist eine Entscheidung getroffen worden: Vier Bäume an der Lindenallee bei Seeshaupt sind vor kurzem überraschend geschlagen worden.

(Foto: Arlet Ulfers)

Wochenlang ist um den Erhalt der Lindenallee am südlichen Ende des Starnberger Sees gestritten worden. Überraschend sind nun doch mehrere Bäume geschlagen worden.

Von Kia Ahrndsen, Seeshaupt

Nach dem Bescheid des Landratsamtes ging es ganz schnell: Am vergangenen Donnerstagabend wurden die Gemeinde Seeshaupt und die Fincksche Gutverwaltung per Mail informiert, der Brief ging am Freitag zur Post und am Montag rückten - ungeachtet des Sturmes - schon die Sägen in der Lindenallee bei Schloss Seeseiten an. Vier Bäume und ein Stumpf durften den Feststellungen der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Weilheim zufolge gefällt werden.

"Die schlechtesten Bäume wurden rausgenommen," sagt Sachbereichsleiter Hubert Wagner. Auflage war, dass die Arbeiten von einer qualifizierten Baumpflegefirma ausgeführt werden und von einer "ökologischen Fachbauleitung" begleitet werden. Die kann bei Gefahr für den Artenschutz eingreifen und gegebenenfalls Kontakt mit dem Amt aufnehmen. Die restlichen Bäume, müssten, so Wagner, "fachgerecht gepflegt" und Totholz entfernt werden. Es könne durchaus sein, dass noch der eine oder andere Baum fallen muss, "das wird ein laufender Prozess".

Josef Lugmeier von der Gutsverwaltung macht sich nun vor allem Sorgen um den restlichen Bestand, der jetzt größere Angriffsflächen biete. Die Fällungen sieht er als gerechtfertigt an: "Die gefällten Bäume waren alle brandgefährlich". Seeshaupts Bürgermeister Michael Bernwieser (PfB) versichert, dass die Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde exakt umgesetzt würden, die Allee werde entsprechend gepflegt, jetzt seien Fachleute an der Arbeit. Er sieht sich gemeinsam mit der Gutsverwaltung einer Hetzjagd ausgesetzt. "Wir machen nur, was wir machen dürfen und müssen", sagt Bernwieser, der Missmut sei unbegründet. Die meisten Bäume der Lindenallee zwischen dem Gasthaus und dem Schloss Seeseiten stehen auf der Grenze zwischen den Finkschen Wiesen und der Gemeindestraße nach Tutzing. Damit sind beide Eigentümer für die Verkehrssicherung zuständig.