Eching:Mücken zählen am Ammersee

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Mücke

Stechmücken können am Ammersee zur Plage werden.

(Foto: Patrick Pleul/dpa)

Fachleute werten eine Untersuchung in Eching aus, im Februar gibt es Ergebnisse.

Von Michael Berzl

Mehr als zwei Jahre nach einem Bürgerentscheid in Eching über die Bekämpfung von Stechmücken am Ammersee sind Fachleute noch mit dem Zählen von Insekten beschäftigt. Das Unternehmen Ökon mit Sitz in Wolfersdorf nördlich von Freising ist von der Gemeinde mit einem Monitoring beauftragt, das einen Überblick über das Aufkommen der kleinen Plagegeister erbringen soll. Ergebnisse sollen Ende Februar vorliegen, sagte Bürgermeister Siegfried Luge, der auf einen Antrag hin in dieser Woche den Gemeinderat über den Stand der Dinge informiert hat. Das Mückenzählen zähle zusammen mit einer Kartierung von Brutstätten zu den Voraussetzungen für einen Antrag bei der Bezirksregierung zu einem Einsatz von Spritzmitteln gegen die Insekten.

Seit Jahren klagen Anwohner des Ammersees über Mückenplagen im Sommer. Allerdings treten die lästigen Schwärme an verschiedenen Orten und je nach Wetter unterschiedlich stark auf. In einer Abstimmung im November 2019 hatte sich eine große Mehrheit der Echinger für den Einsatz des Eiweißpräparats BTI ausgesprochen. Für die Ausbringung des Bakterienextraktes Bacillus thuringiensis israelensis auf Brutstätten braucht die Gemeinde jedoch eine Genehmigung der Oberen Naturschutzbehörde. Dafür wiederum sind Untersuchungen wie das Monitoring und eine Kartierung von Überschwemmungsgebieten nötig. "Wir sind verpflichtet, das zu machen, wenn wir die Genehmigung haben wollen", erklärte Luge. Schließlich müsse der BTI-Einsatz gut begründet sein.

An etwa einem halben Dutzend ausgewählter Stellen wurden daher im vergangenen Sommer Fallen aufgestellt, um Mücken zu fangen, berichtete Bürgermeister Luge am Donnerstag. Von Mai bis Oktober sei diese Untersuchung gelaufen. "Jetzt sind wir in der Auswertung", berichtet Ökon-Geschäftsführer Hans Schmidt. Seine Gesellschaft für Landschaftsökologie, Gewässerbiologie und Umweltplanung hat ähnliche Untersuchungen schon am Chiemsee und an der Donau vorgenommen.

Zum Einfangen der Insekten seien Spezialfallen einer Firma aus Regensburg verwendet worden, die Mücken mit einem bestimmten Geruch anlocken und dann einsaugen. Nicht nur die Anzahl der Tiere könne nun ermittelt werden, sondern auch, um welche Arten es sich handelt. Grob unterschieden werden die Spezies vor allem in Hausmücken, die sich etwa in Regentonnen aufhalten, und in Überschwemmungsmücken, die ihre Eier in feuchten Boden ablegen, wo sie Jahre bleiben können, bis wieder ausreichend Niederschläge kommen und die Larven ausschlüpfen.

Ausgerechnet der vergangene Sommer scheint hinsichtlich des Mückenaufkommens vergleichsweise harmlos gewesen zu sein. "Blöd", meint daher Bürgermeister Luge, "da läuft diese Untersuchung, und wir haben nicht die Mengen, die wir eigentlich bräuchten."

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