Gastronomie im Landkreis Starnberg:Ziemlich anspruchsvoll

Gastronomie im Landkreis Starnberg: Kirche und Wirtshaus prägen den Dorfkern von Steinebach seit Jahrhunderten. Jetzt sucht die Gemeinde Wörthsee für die Traditionsgaststätte (rechts), die gerade saniert wird, einen neuen Pächter.

Kirche und Wirtshaus prägen den Dorfkern von Steinebach seit Jahrhunderten. Jetzt sucht die Gemeinde Wörthsee für die Traditionsgaststätte (rechts), die gerade saniert wird, einen neuen Pächter.

(Foto: Hans Belle, oh)

Gemeinde Wörthsee sucht einen Pächter für ihren "Kirchenwirt". Die Anforderungen sind recht hoch.

Von Christine Setzwein

Der neue Pächter des "Kirchenwirts" in Steinebach wird es sehr schön haben. Schmiegt sich die Gemeinde Wörthsee doch malerisch an das Ufer des gleichnamigen Sees. Das Ensemble der Gaststätte zusammen mit der alten Kirche St. Martin war und ist nicht nur ortsbildprägend, sondern auch von "emotionaler Bedeutung". Das alles und noch viel mehr steht in der Ausschreibung, mit der die Gemeinde Wörthsee einen Pächter sucht für das frühere "Gasthaus Raabe", das gerade renoviert wird.

Für die Schönheit der Umgebung und die Vorteile eines modernen Gastronomiebetriebs muss der neue Pächter aber auch Einiges leisten. Der Gemeinderat erwartet nämlich "ein überzeugendes Gesamtkonzept, das die bestehenden Angebote ergänzt und die Kulinarik erweitert". Konkurrenz zu den Betrieben ist nicht gewollt. Am Seeufer serviert der "Augustiner am Wörthsee" bayerische, das "Seehaus Raabe" trendige und das "Il Kiosko" italienische Küche. In Etterschlag kocht der "Alte Wirt" traditionell und mediterran, in Auing im "Gasthof Dietrich" gibt es kroatische Gerichte. Das alles soll der neue Kirchenwirt nicht anbieten, sondern "mit einem eigenständigen Gastronomiekonzept hervorstechen und eine eigene Identität aufweisen, die dem Lebensgefühl seiner Gäste entspricht"- und das alles möglichst täglich vom Frühstück bis zum Abendessen, für Jung und Alt und für Einheimische und Ausflügler.

Der Gastronomiebetrieb kann zwar voraussichtlich erst Anfang 2023 aufgenommen werden, aber der neue Pächter soll jetzt schon die Möglichkeit bekommen, eigene Vorstellungen einbringen zu können. Gastroküche, Bar und Möblierung müssen der oder die neuen Pächter auf eigene Kosten beschaffen und installieren. Die Inneneinrichtung sollte ländlich-modern sein, wünscht sich die Gemeinde.

Ganz schön viel für einen Wirt. Aber vielleicht hilft es, wenn er oder sie es so nimmt, wie der Songpoet und ehemalige Besitzer des Kirchenwirts, Wilhelm Raabe - besser bekannt als Tiger Willi - es ausgedrückt hat: "Pfui Deifi, is des Leb'n schee."

Die Ausschreibungsunterlagen sind auf der Homepage www.gemeinde-woerthsee.de einzusehen.

© SZ vom 05.08.2021
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