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Kommunalwahl 2020:Enttäuschte CSU-Fraktion

Sechs Seefelder Gemeinderäte wollen nicht mehr kandidieren

Das hatte sich Klaus Kögel sicher anders vorgestellt, als er beschloss, für die Seefelder CSU als Bürgermeisterkandidat anzutreten. Denn der Wunsch, den er in seiner Rede bei der Ortsversammlung seiner Partei am vergangenen Freitag äußerte, dass der Ortsverband für ein erfolgreiches Ergebnis "geschlossen an einem Strang ziehen - und zwar in die gleiche Richtung" wird sich für den 59-Jährigen wohl nicht erfüllen. Am Mittwoch haben sechs CSU-Gemeinderäte angekündigt, für eine weitere Kandidatur auf der CSU-Liste nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Dabei handelt es sich um den Fraktionsvorsitzenden Sebastian Haberkorn und den stellvertretenden Bürgermeister Josef Schneider sowie Christoph Preininger, Christian Wagner und die beiden parteifreien Gemeinderäte auf der Liste, Martin Dosch und Robert Schindlbeck. Damit bleibt von der derzeitigen CSU-Fraktion im Gemeinderat fast niemand mehr übrig; bis auf Josef Dreyer will keiner mehr antreten. Der Grund liegt offenbar maßgeblich in der "fehlenden Wertschätzung bezüglich unserer teilweisen jahrzehntelangen engagierten Mitarbeit im Gemeinderatsgremium", wie die Räte mitteilen. Jeder einzelne werde nun in den nächsten Tagen prüfen, inwieweit und in welcher Form eine Kandidatur bei der nächsten Kommunalwahl in Frage komme.

In der Seefelder CSU brodelt es seit Monaten gewaltig. Im Februar hatte der Ortsverband seine langjährige Vorsitzende Doris Kramp-Cichon überraschend abgewählt und als Nachfolger Arnulf Daxer gekürt, der erst seit Kurzem in der Gemeinde lebt. Auch Kögel ist erst vor siebeneinhalb Jahren zugezogen.