Gesundheit:Der Weg zum Herrschinger Klinikbau ist geebnet

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In Herrschings Norden soll die Klinik entstehen

Auf dieser grünen Wiese könnte in den nächsten Jahren eine Klinik gebaut werden. Die dafür nötigen Flächen hat sich der Landkreis nun gesichert.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Der Gemeinderat stimmt dem Verkauf kommunaler Grundstücke zu, weitere Flächen hat sich der Landkreis Starnberg notariell gesichert. Nun will Landrat Stefan Frey die Planungen zügig vorantreiben.

Von Astrid Becker

Obwohl jeder Gemeinderat an diesem Montagabend in der Herrschinger Martinshalle FFP-Maske trägt, ist eines nach Tagesordnungspunkt Nummer drei unübersehbar: das breite Grinsen, das viele Gesichter überzieht. Am stärksten, so scheint es zumindest, leuchten die Augen von Landrat Stefan Frey und Herrschings Bürgermeister Christian Schiller. Einen Tag später dürfte dieses Leuchten noch intensiver geworden sein. Denn nun ist klar, wo die neue Klinik für den westlichen Landkreis entstehen kann: in der Seefelder Straße in Herrsching.

Den Weg dafür geebnet haben gleich zwei wichtige Entscheidungen: Zum Einen stimmte der Herrschinger Gemeinderat dafür, gemeindliche Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 18 000 Quadratmetern für den Klinikbau zu verkaufen und dafür einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. Zum anderen hat der Starnberger Klinikchef Thomas Weiler für die Klinik Herrsching-Seefeld GmbH mit den Eigentümern weiterer Grundstücke an der Seefelder Straße - insgesamt knapp 8000 Quadratmeter - bereits einen notariellen Vertrag unterzeichnet. Wie Landrat Frey (CSU) auf Nachfrage erklärt, handelt es sich dabei nicht um einen Kaufvertrag, sondern um eine Art Absichtserklärung. Konkret heißt das: Die Klinik Herrsching - Seefeld GmbH, die dem Landkreis gehört, hat bis zum 31. Dezember 2026 Zeit, die Flächen zu erwerben und auch zu bezahlen.

Allerdings steht auch noch eine mögliche Erweiterung der Schindlbeck-Klinik in Herrsching als Option im Raum: Die hatte der Landkreis vor zwei Jahren gekauft, um so die medizinische Notfallversorgung im westlichen Landkreis zu sichern. Sehr schnell war jedoch klar geworden, dass dies nur durch eine Fusion mit der Chirurgischen Klinik Seefeld, wirtschaftlich zu gewährleisten ist. Dieses Haus war vier Jahre zuvor vom Landkreis übernommen worden, nachdem es in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Die Zusammenlegung der beiden Krankenhäuser sollte aber nicht nur rechtlich erfolgen, sondern tatsächlich unter einem Dach.

Den Vorgaben gemäß muss aber zuvor erst einmal geprüft werden, ob eine solche Zusammenlegung in einer der beiden bestehenden Kliniken möglich wäre. Seefeld war schnell aus dem Rennen. Die Entscheidung des zuständigen Gesundheitsministeriums in Bezug auf die Schindlbeck-Klinik steht aber noch aus. Frey hatte damit im vierten Quartal 2021 gerechnet, "doch bis jetzt haben wir noch nichts vom Ministerium dazu gehört." Für alle Beteiligten - einschließlich Frey und Weiler - scheint eine Erweiterung der Schindlbeck-Klinik jedoch ausgeschlossen: "Es fehlt an Baurecht, das müsste erst noch geschaffen werden. Man müsste also aufstocken, und das mitten im Ort? Kaum möglich", hatte Frey erst am Montag wieder dazu gesagt. Deshalb hatte er sich von Beginn an auch um alternative Standorte für so einen Bau bemüht. Zum Beispiel auch im Seefelder Ortsteil Hechendorf, was großen Unmut bei Naturschützern hervorrief: Die auserkorene Fläche südlich des Friedhofs liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet. Die Folge waren ein Bürgerentscheid und Proteste.

Der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Günter Schorn, reagiert daher jetzt recht erfreut auf die aktuellen Entwicklungen in Richtung Neubau in Herrsching: "Da kann man den Landkreis nur beglückwünschen." Auch Seefelds Bürgermeister Klaus Kögel wirkt erleichtert: "Alles andere hätte uns Ärger beschert." Aber seine Gemeinde habe auch ihren Beitrag zum Standort Herrsching geleistet: "Wir haben mit unseren Grundstückseigentümern verhandelt, und die haben den Preis des Kreises akzeptiert." Das sei Frey in seinen Verhandlungen dann auch mit Herrschinger Grundstückseigentümern zugute gekommen, meint er. Mit diesen war zuvor, als es um den Bau eines Gymnasiums auf dem Areal ging, keine Einigung möglich.

Nun aber sind offenbar andere Zeiten angebrochen: "Ich bin darüber überaus glücklich", sagt Herrschings Bürgermeister Christian Schiller. Frey kann dem nur beipflichten: "Ich bin jetzt total happy." Er will nun möglichst schnell mit den Planungen für das Vorhaben beginnen.

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