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Gilching:Weiter Streit um Unterführung

Ulrich Ellwanger, Mitinitiator des Bürgerentscheids am 9.Februar, wirft dem Gemeinderat "Verhinderungstaktik" vor

GilchingUlrich Ellwanger, Mitinitiator des Bürgerentscheids "Westumfahrung Gilching - mit sicheren Rad- und Fußwegen", lässt nicht locker. Er sei enttäuscht über die seiner Ansicht nach "kompromisslose Verhinderungstaktik" der Gemeinderatsmehrheit in der letzten Planungsphase der Westumgehung. Er verweist hierbei in einer Stellungnahme auf die "mangelnde Durchlässigkeit" für Radfahrer bei der Tangente. Es sei leider auch die Unterführung beim Talbauernweg mehrheitlich "gekippt" worden, die im ursprünglichen Radwegekonzept der Gemeinde noch vorgesehen gewesen sei, so Ellwanger. Gerade dieser Verbindungsweg sei wichtig, um sicher den Badesee und das Naherholungsgebiet zu erreichen. Inzwischen sei auch deutlich geworden, warum es in punkto "sichere Rad- und Fußwege" am 9. Februar zu einem Bürgerentscheid kommen werde - weil nämlich das eigentliche Radwegekonzept bei der Planung nicht umgesetzt worden sei, wie der ÖDP-Kreisrat betont.

Der Gilchinger befürchtet, dass in dem Verfahren die Gemeinde im Zuge der Trasse auf ein "verkehrssicheres und radfahrerfreundliches" Wegenetz verzichtet. So gebe es "keinen einzigen separaten Radweg" vom Altdorf zum Badesee und zu den Erholungsgebieten wie Wildmoos - dafür aber zwei sogenannte "Querungshilfen" am geplanten Kreisel an der Weßlinger Straße. Hierbei sei nicht der Umweg für Radler, sondern die "quasi neu konzipierten Unfallschwerpunkte" zu kritisieren, meint Ellwanger. Für die Nöte der Anwohner der stark verkehrsbelasteten Römerstraße hätten jedoch auch die Befürworter der Bürgerinitiative "nicht nur Verständnis" - denn sie fühlten sich oft sogar selbst davon betroffen, ergänzt Ellwanger. Er weist zudem den Vorwurf zurück, die Initiative spiele auf Zeit und verzögere den Bau der Westumfahrung.

Im Dezember hatte der Gemeinderat mit großer Mehrheit entschieden, mit einem Ratsbegehren beim Bürgerentscheid seinen Plan darzustellen und somit bei der Abstimmung zu gewinnen. Demnach soll es nun zwar doch eine zusätzliche Fuß- und Radwegeunterführung an der Römerstraße geben, die sonstige Planung der Trassenlinie am Talbauernweg und Röchnerknoten bei St. Gilgen aber nicht geändert werden. Damit würde der bisherige Radweg unter der Bahnlinie an diesem Verkehrsknoten wegfallen - was allerdings die Bürgerinitiative per Entscheid verhindern will.