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Gauting:Mobilität und öffentlicher Raum

Die Bürger der Würmtal-Gemeinde suchen ein Konzept zur Neugestaltung ihres Bahnhofviertels.

Gauting"Ein Kino wäre toll. Das Glasgebäude ist schön und würde gut passen", findet die 13-jährige Nina, die mit zwei Freundinnen aus der 8F des Gautinger Gymnasiums im Bahnhof die an die Wand gepinnten Entwürfe betrachtet. Der alte Bahnhof eigne sich wunderbar als Treffpunkt und Kommunikationszentrum und sollte weiter so genutzt werden, findet Kunstlehrerin Swantje Munzert. Sie hat am Freitagvormittag mit ihrer Klasse am Workshop zum Entwicklungskonzept des Bahnhofviertels teilgenommen. Über vier Unterrichtsstunden gingen Mitarbeiter von Professor Rudolf Scheuvens mit den Jugendlichen deren Ideen und Vorschläge durch. Dabei zeigte sich, wie weit die Ansichten von Alt und Jung auseinandergehen und "wie notwendig es ist, darüber zu sprechen", wie Philip Krassnitzer meinte.

"Am Pippinplatz sind wir nie", sagt ein Schüler. Viel zu schattig, viel zu laut. Und zu viele Autos." Die älteren Gautinger hingegen, die am Tag zuvor einen Spaziergang über das Bahnhofsumfeld und durch die Villenkolonie gemacht haben, schwärmten alle vom Pippinplatz, so Krassnitzer. Insgesamt etwa 120 Bürger kamen am Donnerstag ins Perspektiven-Büro im Bahnhof. Rund die Hälfte davon hat sich an den vertiefenden Gesprächsrunden beteiligt. Auch die Resonanz bei den Rückmeldungen war mit 200 sehr gut, so Scheuvens. Neu an den Art des Vorgehens ist, dass nicht gleich über einzelne Projekte diskutiert wird, sondern versucht wird, die verschiedenen Bausteine zusammen zu führen. Die Herausforderung für das Planungsteam ist, ein ganzheitliches Konzept zu finden, das von der Mehrheit der Bürger mitgetragen wird. Scheuvens : "Wir finden vieles an Gauting gar nicht so schlecht."

Für die Entwicklung des Bahnhofs und des gesamten Areals spielen die Themen Mobilität und öffentlicher Raum eine wichtige Rolle, so Scheuvens. Einmal der Bahnhof als Ort des Ankommens, dann die Bahnhofstraße als Rückgrat des Ortes, mit Bahnhofsvorplatz und Hauptplatz als Pole, die Topografie und der Verkehr. 11 000 Fahrzeuge in 24 Stunden, 7000 S-Bahnnutzer pro Tag, die sich alle über die Bahnhofstraße bewegen. Und Parkplätze suchen. "Wenn wir eine schöne Einkaufsstraße haben, mit kleinen Läden, Cafés, Eisdielen, Terrassen, dann gehen wir auch zu Fuß", verspricht eine Gautingerin.

© SZ vom 09.03.2013

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