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Bestattungen:Doppelt bis viermal so teuer

Pöcking hebt Friedhofsgebühren für Gräber und Urnennischen an

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Pöcking

Sterben in Pöcking wird erheblich teurer, nicht zuletzt wegen der geplanten Investitionen, die Anfang des Jahres beschlossen worden sind. Im Zuge der Erweiterung der Grabstellen kalkulierte ein Fachbüro die Kosten der Kommune exakt. Demnach würden die Gebühren so hoch ansteigen, dass sich der Haupt- und Finanzausschuss nun dazu entschlossen hat, nur 70 Prozent der Kosten umzulegen. Die Friedhöfe in Maising und Aschering sind davon nicht betroffen, weil sie der Kirche gehören. Doch auch diese Friedhofssatzungen sollen nach Angaben von Bürgermeister Rainer Schnitzler angepasst werden. "Ich hoffe nicht, dass wir einen Bestattungstourismus erleben", sagte Albert Luppart (PWG). Er hob hervor, dass die Gemeinde immerhin 30 Prozent der Kosten selbst trage, damit der Gebührensprung nicht zu hoch werde.

Die Gebühren werden laut Kalkulation um mindestens 100 Prozent steigen, je nach Art der Grabstelle und je nach Nutzungsdauer, die zwischen zehn und 15 Jahren liegt. Die Grundgebühren, wie etwa die Wegenutzung, betragen 30 Prozent und sind für alle Grabstellen gleich. Für die gesamte Nutzungsdauer kostete beispielsweise ein Familiengrab bislang etwa 600 Euro, künftig ist es mit knapp 1400 Euro veranschlagt. Die Gebühren für ein Kindergrab steigen von 200 Euro auf 362 Euro - und für eine kleine Urnennische von 155 Euro auf 568 Euro. Neu sind anonyme Urnengräber für 279 Euro.

Hinzu kommen noch Kosten für die Benutzung der Leichenhalle oder auch für die Abfallbeseitigung. Nach den gesetzlichen Vorschriften gilt die Kalkulation für vier Jahre. Allerdings sind für die kommenden Jahre laut Schnitzler keine weiteren Investitionen mehr geplant, sodass sich künftige Gebührenerhöhungen in Grenzen halten würden. Wie der Rathauschef betonte, liege Pöcking auch nach der Gebührenerhöhung im Vergleich mit den Nachbargemeinden immer noch "im Mittelfeld". Die Gebührensatzung muss noch von Gemeinderat abgesegnet werden.

© SZ vom 19.07.2019

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