SZ-Adventskalender:Verhängnisvoller Sturz

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SZ-Adventskalender: Seit dem Sturz von einer Leiter im Jahr 2017 und vielen Operationen kommt Ivan P. nicht mehr auf die Beine.

Seit dem Sturz von einer Leiter im Jahr 2017 und vielen Operationen kommt Ivan P. nicht mehr auf die Beine.

(Foto: Franz Xaver Fuchs/Starnberger SZ)

Vor fünf Jahren hatte Ivan P. einen Arbeitsunfall, seitdem ist der 32-Jährige arbeitsunfähig. Viele Operationen und Rehas machten sein Leben schwer - und brachten ihm gleichzeitig das größte Glück, das er sich vorstellen kann: Die Geschichte eines Familienvaters, der die Hoffnung dennoch nicht aufgibt.

Von Paul Wiese, Krailling

Ein gewöhnlicher Tag im September 2017: Auf der Baustelle, auf der Trockenbauer Ivan P. (Name geändert) in dieser Zeit arbeitet, ereignet sich ein tragischer Unfall: Ivan P. will vom Gerüst klettern, rutscht von der Leiter ab und stürzt zu Boden. Dabei verkeilt sich sein Fuß, seither kann er sich kaum noch bewegen.

Fünf Jahre später sind die Auswirkungen des Unfalls noch immer zu sehen. Ivan P. sitzt am Küchentisch, während er von seiner Geschichte erzählt. Zwei Krücken stehen neben ihm - ohne kann er sich nicht einmal innerhalb der Wohnung bewegen. Sein linkes Sprunggelenk war kompliziert gebrochen, erzählt der 32-Jährige. Den Fuß versteiften die Ärzte, um die Schmerzen, die er durch eine Arthrose bekam, zu lindern - er kann ihn nun gar nicht mehr bewegen. Durch die herabstürzende Leiter brach sich der Familienvater zudem seine Lendenwirbelsäule und die linke Hüfte.

Neun Operationen habe er nun schon gehabt, dazu fünf stationäre Rehas und Schmerztherapien. Ein Arzt sagte ihm gleich nach dem Unfall: "So wie früher werden Sie nie wieder sein." Dass sich das bewahrheitete, spürt Ivan P. jeden Tag: "Manchmal gehe ich mit meiner Familie spazieren, muss mich aber gleich nach einer Sitzbank umschauen", sagt er. Den Haushalt übernimmt seine Frau: "Ich kann das nicht machen", sagt er emotional, "noch nicht mal meine vierjährige Tochter kann ich tragen". Sarah (Name geändert) wurde erst nach dem Unfall geboren, in den Armen tragen konnte er sie daher noch nie wirklich.

Sich einigeln? Das kommt für Ivan P. nicht infrage. Immer wieder versucht der gebürtige Kroate, eine Teilzeitstelle anzutreten - bislang ohne Erfolg. "Beim ersten Mal stand ich drei Stunden am Grill, am nächsten Tag war mein Fuß entzündet", berichtet er. Ein stationärer Aufenthalt war die Folge. Auch beim zweiten Mal hatte er kein Glück: "Ich habe angefangen, als Sozialbegleiter zu arbeiten. Sie waren begeistert und wollten mich nehmen". Am nächsten Tag war sein Fuß so geschwollen, dass er die vereinbarten Schichten wieder absagen musste. Die Hoffnung, finanziell besser aufgestellt zu sein, platzte vorerst.

Familie P. kämpft sich seither durch - mit der kleinen Erwerbstätigenrente und dem Gehalt der Frau, die als Putzkraft angestellt ist. Allein die Miete macht die Hälfte des Budgets aus, sagt Ivan P.. Nicht nur deswegen will die Familie umziehen: "Es schimmelt in der ganzen Wohnung, sogar über dem Bett meiner Tochter." Es schmerze ihn, Sarah dort schlafen zu legen.

Daher rührt der Wunsch, den der SZ-Adventskalender erfüllt: Ein Wäschetrockner, damit die Wäsche nicht in der Wohnung hängt und den Schimmel verschlimmert. Zudem benötigt Sarah Winterstiefel und -kleidung für den Kindergarten. "Wenn sie ein paar Minuten draußen spielt, sind ihre Füße sofort nass", erklärt Ivan P.. Früher hat er Fußball gespielt, heute fühle er sich wie ein Großvater, weil er nichts mehr kann. In die Zukunft schaut er aber dennoch hoffnungsvoll: Eine neue Wohnung und ein Job, das sind seine Wünsche. "Ich glaube nicht, dass sich meine Gesundheit bessert, aber ich will wieder arbeiten", sagt er. Seine oberste Priorität: Lachen und Zeit mit der Tochter.

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