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Ammersee:Utting behält seine Badekreuze

Die Gemeinde sieht darin eine Hilfe für Schwimmer

Während andere Gemeinen am Ufer des Ammersees vermeintlich gefahrenträchtige Badeeinrichtungen aus dem Wasser ziehen lassen, hält Utting nicht nur an seinem Sprungturm fest. Der Gemeinderat hat beschlossen, auch die beiden Badekreuze nach der Winterpause wieder im See zu verankern. Insbesondere das Kreuz, das etwa 30 Meter vom Turm entfernt im tieferen Wasser positioniert ist, sei keine Gefahrenquelle, sondern biete Sicherheit: "Es dient der Entzerrung des Bade- und Sprungbetriebs. Zudem hilft es Schwimmern, sich kurz auszuruhen und dann wieder ans Ufer zu schwimmen", zitierte Bürgermeister Josef Lutzenberger aus der Beschlussvorlage, die in Absprache mit dem Pächter des Strandbads erarbeitet wurde, der seit 29 Jahren den Betrieb dort beaufsichtigt. Hilfestellung für erschöpfte Schwimmer wiege bei einer Abwägung schwerer, als die Gefahr, die von der zur Befestigung angebrachten Kette ausgehe, entschied der Gemeinderat einstimmig.

Ein ähnlicher Fall liegt dem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2017 zugrunde, das für die Wasseraufsicht der Kommunen neue Maßstäbe setzt: Es basiert auf dem Fall eines Mädchens, das sich in einem Naturbad im Befestigungsseil einer Boje verfangen hatte und dabei schwerste Hirnschäden davontrug. In der Folge sind heuer etwa in Dießen, Feldafing und Schondorf Rutschen, Badefloße und Schwimmbalken aus den Seen entfernt worden. Utting hat seinen Sprungturm außerhalb der Betriebszeiten durch ein verschlossenes Tor gesichert.

© SZ vom 04.05.2019 / arm

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